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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
Entstehung
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95Freilich, wem das Verständniß zu solchen heroischenEntsagungen fehlt, wer nicht den rechten Begriff derwahren Gottesliebe hat, der wird unseres Grafen Thunfür thöricht, ihn selbst für einen Narren erklären; undunter unsern Lesern mag es vielleicht welche geben, diedenselben Gedanken hegen. Wir wollen nicht mit ihnenrechten, Wahrheit bleibt doch immer Wahrheit.Als Eberhard sich am nächsten Morgen vom Por-tale der Kirche erhoben, nahm er Abschied von denGräbern der Apostel und richtete seinen Stab gen Spanien.Betend durchpilgerte er ganz Frankreich, überschrittdie Pyrenäen und stieg in das ersehnte Land hinab, umzu St. Jago de Compostella vor den Reliquien desheiligen Apostels Jacobus seine Bußwerke zu erneuern.Den ganzen Tag über lag er in der untern Kircheder großen Kathedrale vor dem Grabe des Heiligen aufden Knieen und Nachts kasteite er seinen abgemagertenKörper mit der scharfen Geißel, so daß Priester undMönche sich ihn zum Vorbilde nahmen, und, indem sieihn wie einen Heiligen verehrten, ihm in den strengenBußübungen nacheiferten.