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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
Entstehung
Seite
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73Da er indeß keine mehr fand, so nahm er ihn aufdie Schulter und trug ihn zum Bache, der quer überdas Schlachtfeld rieselte, und wo er ihm das Blut ausdem Gesichte und von Haar und Halse wusch.Durch das kalte Wasser kam Eberhard wieder zusich und schlug die Augen auf. Da er den treuen Gertneben sich gewahrte, sprach er:Reiche mir deinen Arm,daß ich mich erhebe und die Zahl der Gefallenen über-ſchaneGert hob ihn auf und, auf dessen Schulter gestützt,wandelte er zwischen den Todten umher, die von dembleichen Mondenlichte beschienen wurden. Das ganzeFeld war bedeckt mit Erschlagenen und hier und dortzuckte noch ein Arm, erhob sich ein Bein oder stöhnteein Verwundeter vor Schmerz und Todesangst.Eberhard sah alle diese Leichen und Verstümmelten,und vor seine Seele trat zum erstenmale der Gedanke,wie viele Herzen wegen irdischer und oft kleinlicherStreitigkeiten in Krieg und Schlachten verbluten mußten.Er überdachte all das Elend, welches diese Schlachtangerichtet, und er sah im Geiste alle die weinendenWaisen, die verlassenen Gattinnen, die kinderlosen Mütter,die jammernden Bräute und die betrübten Brüder undSchwestern der Erschlagenen. Er berechnete, wie viel