35endlosen Kriege aufhören würden, sondern auch, daßendlich die Zeit gekommen sei, wo man ein Auge aufdie innern Zustände werfen und dem gemeinen Mannedas Leben erleichtern werde. War es doch wahrlichkeine Freude, in hartem Frohn und in Dienstbarkeit odergar in gänzlicher Leibeigenschaft zu leben; in den Händendes Dienstherrn, Grafen und Richters gleichsam nurein Stück Waare zu sein, über dessen Leben und Besitzman nach Gefallen verfügte. Und selbst die Freienwaren in jener Zeit unfrei und dienstbar, wenn sie sichnicht mit einer gewaltigen Macht umgeben und derGewalt noch größere Gewalt entgegensetzen konnten;deßhalb war es keine Seltenheit, daß sie sich unfreimachten, indem sie in die Pfalzen der Kaiser zogenund für deren Schutz einen Theil ihrer Selbstständigkeitzum Opfer brachten.Alle Herbergen der Stadt waren erfüllt mit Rittern,Knappen und Reisigen und in allen Ställen wiehertendie kräftigen Streit= und Turnier=Rosse. Bis spät indie Nacht hinein waren die Knechte der Bürger beschäftigt,Kränze und Guirlanden, Inschriften und Kaiserwappenan den Häusern aufzuhängen. In allen Wohnungenwurde gefegt und gesäubert, und noch lange nach Mitter-nacht standen die Bürger auf den Straßen zusammen,
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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35
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