19In der langen Halle, an deren Wänden Panzer,Helme und Schilder, so wie eine große Anzahl vonSchwerdtern, Lanzen, Streitkolben, Bogen und Pfeilen inkriegerischer Anordnung neben= und übereinander hingen,brannte ein großes Feuer in einem riesigen Kamine undwarf einen unheimlich rothen Wiederschein auf alle dieseInstrumente des blutigen Kriegeshandwerks. Vor demFeuer in einem übermäßig hohen Lehnstuhle, der für dieEwigkeit gezimmert zu sein schien, saß eine kräftige, großeMännergestalt, aus deren Augen Verstand und Muthleuchteten. Das edle Antlitz zeigte ganz jenen erhabenenSchnitt, der die Männer von hoher Geburt und tiefemWissen vor den Menschen gewöhnlichen Schlages so vor-theilhaft auszeichnet. Es war Graf Eberhard vom Berge,ein Freund seiner Unterthanen und der Schrecken seinerFeinde.Auf seinen Knieen lag ein großes aufgeschlagenesBuch mit künstlichen Buchstaben und Bildern, welche dieHand eines fleißigen Mönches mit rother und blauerFarbe hineingemalt hatte. Zu ſeinen Füßen aber ſaßein lockiger Jüngling, der von Zeit zu Zeit die Eichen-splitter im Kamin zusammenschürte= oder neue in dieFlammen hineinlegte und dann wieder erwartungsvollin das Antlitz des Grafen schaute; denn dieser erklärte
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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