Bräuche und Trachten.Bis zum Ausgange des vorigen Jahrhunderts waren hierbeim Volke viele Bräuche üblich und herrschte hier der Volksglau-ben über Manches, wie es Montanus (Die deutschen VolksfesteVolksbräuche und deutscher Volksglaube) mittheilt. Dahin gehörender Aberglaube in Betreff des Wirbelwindes, der Heren, der Wehr-wölfe, der Zauberei, der Riesen (starke Hermen) und Zwerge (Heinzel-männchen) sowie über Vorbedeutungen 1). Zu den hier geübtenaltgläubigen Gebräuchen gehörten: die Tyrjagd und die Gebräuchein Betreff des Hehlhakens. Ein bis in unsere Zeit festgehaltenerBrauch war der, daß die Wirthe jedem ihrer Stammgäste amOstertage ein Ei und am Neujahrstage einen frischen Semmelreichten. Verkäufe wurden durch den Handschlag geschlossen, einGebrauch, der bei den Landleuten noch heute in Uebung ist. Gleich-wie es seit ältester Zeit üblich war, daß beim Baue eines Hauses(aus Lehm, Schleveren) eine ganze Nachbarschaft thätig war, sonahm man noch in jüngerer Zeit keinen Anstand, beim Aufhängender Dachziegel die Schuljugend zu beanspruchen, die dann auch vomLehrer ohne Weigerung theilweise verabfolgt wurde. Diese undähnliche bis in unsere Zeit sich forterbenden Gebräuche leiten allezurück auf den Einheitssinn unserer Altvordern.Ein merkwürdiger, religiöser Brauch, der hierorts noch imAm OſterſonntageJ. 1784 fortbestand, war das „Judasjagen“.früh Morgens um 4 Uhr zogen die Gläubigen in Prozession dieOsterhymnen singend und betend um die Kirche. Einer der Geist-lichen nebst einer Anzahl Leute verbrachten während dieser Zeit1) Vergl. auch. Binterim, Denkwürdigkeiten und Fehr, Der Aberglaube und diekatholische Kirche des Mittelalters.
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1 (1860) Aeltere Nachrichten bis zur französischen Occupation : mit einer Karte von Fischeln zum Jahre 1594
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