Fischeln als Gemeinde.Die Franken, nachdem sie unsere Gegend in Besitz genommentheilten nach Weise der übrigen Deutschen das Land in Gaue unddiese wieder in Honschaften (Hundertschaften, aus hundert Familienbestehend,) ein. Fischeln war vielleicht seit den fränkischen Zeiteneine Honschaft, wie aus den zahlreichen Ansiedelungen, die wirschon früh antreffen, geschlossen werden könnte. Als eine Honschaftbegegnet uns Fischeln noch in einer Urkunde vom J. 1484, währendes im J. 1752 bis zu fast zwei Honschaften sich vergrößert findet!).Das Dorf Fischeln verdankt seine Entstehung der Kirche, welcheim Mittelpunkte der Gemeinde errichtet wurde. Um die Kircheerhoben sich zunächst einige Wohnungen, die allmälig zum Dorfeheranwuchsen. Das Dorf war nie befestigt, wohl aber die außer-halb dem Dorfe gelegenen Höfe, welche zur Vertheidigung mitGräben umzogen waren, eine Befestigung, die vor der Erfindungdes Schießpulvers nicht ohne Bedeutung war.Der Vorsteher einer Honschaft hieß Hon. In späterer Zeit,und wahrscheinlich, seitdem die kurfürstlichen Aemter sich ausgebildethatten, finden wir das ursprüngliche Ansehen des Honnen untergrabenund sein Amt zu dem eines Boten herabgewürdigt. Wohl ausdiesem Grunde geschah es, daß hier alle querfeldein laufende Pfade„Honnenpfad“ genannt wurden; denn diese Pfade wurden vomHonnen gar häufig benutzt.An der Stelle der Honnen erscheinen im siebenzehnten Jahr-hundert bereits Vorsteher. Diesen wurde die Gemeindeverwaltung1) Nach einem Aktenstücke umfaßte 1753 das Amt Linn: „Herd = 1½ HonschaftBüderich = 1½ H., Eilverich = 1 H., Strump = 1 H., Langst und Kirst1 H., Lank und Latum = 1 H., Osheim, Stratum und Gelb = 1 H., Op-heim = 1 H., Bockum und Gelindholtz = 1 H., Fischelen = 1¾ H., Osterath2¾ H., Weilig = 5½ H.“ Papiere des Vorstehers Joh. Wilh. Saassen.
Druckschrift
1 (1860) Aeltere Nachrichten bis zur französischen Occupation : mit einer Karte von Fischeln zum Jahre 1594
Entstehung
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