Die St. Sebastianus=Bruderschaft und die Benefizien.Die hiesige Kirche hatte in älteren Zeiten mehrere gestifteteAltäre, welche in der Folge destruirt wurden. Einer der erstenscheint der Katharinen=Altar gewesen zu sein, dem unter anderndas Kloster zu Crefeld zinspflichtig war. Das Bild der h. Katha-rina befand sich noch im J. 1732 in der Kirche. Das BenefiziumS. Crucis, das viele lehnbare 1) Grundstücke hatte, bestand schonim J. 1442. Der Zins des h. Kreuzes findet sich im ältestenKirchenrentbuche verzeichnet unter der Aufschrift: „Census S. Crucisipso die Martini subtenandus.“ Den Zinspflichtigen dieses Altareswurde im J. 1741 vom Generalvikariat erlaubt, diesen Zins ab-zulösen. Von einem Altare des h. Nikolaus finden wir im I1597 die letzten Spuren.Da bekanntlich die Bedienten eines bestifteten Altares, dieBenefiziaten, gewöhnlich nur zum Lesen mehrerer wöchentlichen Messenverpflichtet waren, so hielten sie (vor dem Concil von Trient) oftmehrere Benefizien zugleich. Früher wurde hier an Sonntagen nureine Messe gelesen, bis für die Frühmesse hinreichende Stiftungenfundirt waren. In der Dotirung der sonntägigen Frühmesse undder Vikarie haben sich die St. Sebastianus=Bruderschaft, sowie ein-zelne ihrer Mitglieder rühmlichst ausgezeichnet. Die gen. Bruder-schaft, welche im J. 1475 im Erzstifte Köln allgemein eingeführtwurde, bestand hier schon früher, nämlich im J. 1453 und zwarunter dem Titel des h. Sebastianus und der seligsten Jungfrau Maria.Wahrscheinlich trat dieselbe in's Leben in Folge einer hier herrschen-den pestartigen Krankheit, da der h. Sebastian stets als Patrongegen die Pest galt. Lernen wir zuerst das Vermögen dieser Bruderschaft kennen, bevor wir über deren Thätigkeit fortfahren.1) Die dem h. Kreuze zinspflichtigen Güter werden wirklich Lehngüter genannt.S. Beilage Nr. 2.
Druckschrift
1 (1860) Aeltere Nachrichten bis zur französischen Occupation : mit einer Karte von Fischeln zum Jahre 1594
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