392 Nachträge.
Anatomisches.
Haut und Schleimhäute waren von normalem Aus-sehen bei 65 seit Kurzem in Haft hefindlichen und von chro-nischen Krankheiten nicht befallenen Frauen; bei den anderenAnämie, in 6 Fällen hochgradige, trotz dauernden guten Ge-sundheitszustandes.
3 waren tättowirt, 2 aus Venedig, 1 aus Ancona. BeiLetzterer war ein religiöses Zeichen — eine Weltkugel, miteinem Kreuze gekrönt — von einem umherreisenden Tättowirerhergestellt. Die eine der beiden Yenedigerinnen hatte 2 Anfangs-buchstaben, deren Bedeutung sie verschwieg, die andere 4 der-gleichen, je 2 und 2 übereinander, als Erinnerung an ihreMutter und ihren Geliebten. Uebrigens war ihr Gesicht vonSyphilis zerfressen. Das Tättowiren hatte sie selbst besorgt.
Die Iris war dunkel kastanienbraun in 59, hell des-gleichen in 40, grau in 25, blau in 6 Fällen. In 4 Fälleuwar die hellbraune Iris von dunkeln Flecken gesprenkelt.
Behaarung. — Untersucht wurden nur 118, da manvon den Aeltesten absah. Das Kopfhaar war schwarz bei 48,dunkel kastanienbraun bei 54, hell kastanienbraun bei 20,roth bei 8; dicht bei 64, mitteldicht bei 22, dünn bei 32.
Demnach ist die dunkele Färbung des Haares und derIris vorherrschend, vielleicht darum, weil die meisten derFrauen dem Süden entstammten. Damit stimmt allerdingsnicht überein, dass trotz des ziemlich häufigen Vorkommensvon grauer Iris (25) keine der Frauen blondes Haar hatte.
Bei einer Frau aus Toskana war das Haar vorzeitigergraut, dabei kraus.
In Bezug auf die Menge fand sich das dichte Haar inder Mehrzahl. Bei einer aus Oalabrien und einer aus Apulienstieg das Haar bogenförmig auf die Stirn herab, ohne jedeEinbuchtung (Scheitelung); bei einer aus Venedig und einerSardinierin zeigte sich an der Stelle der von der Insertions-linie des Haarwuchses gebildeten beiden Einsprünge jederseitsein vorspringender Büschel. Bei einer Kalabreseriu wurdedasselbe, jedoch nur auf einer Seite, gesehen.