326 Dritter Theil. Der Gelegenheitsverbrecher.
Mordtthaten zu den Galeeren verurtheilt, dann begnadigtworden war und in Florenz neue Miskethaten verübt batte.Nach Bastia verbannt, verführte er die Frau seines Gastfreundesixnd ihre zwei Schwestern, vergiftete sie, verleitete den Ebemannzu einem Verbrechen und schoss ihn darauf nieder. (Ferrari,Storia cTItalia.)
Zur Zeit der Verschwörungen gegen Cromwell rottetensieb in den Strassen der City Räuber und Diebe zusammenund bildeten Banden, die unter dem Vorwand der Politik dieLeute anhielten und ihnen die Frage vorlegten, ob sie derBepublik den Eid der Treue geleistet hätten; je nach der Be Jantwortung der Frage misshandelten sie dieselben oder Hessensie los. Um sie niederzuhalten, musste man die Truppenaufbieten, die ihrer nicht immer Herr wurden. (Guizot,Discours sur Vhist. de la Revolution cVAngleterre 1850.)
Auch vor dem Anfang der französichen Bevolution zeigtensich Schwärme von Vagabunden, Dieben und Mördern, nachMeeciee mehr als 10 000, die sich nach und nach in dieHauptstadt zogen und die Führer bei den ersten Plünderungenund Mordthaten wurden.
Als das Werk des Schreckens begann, waren es Ver-brecher, die die Massenhinrichtungen leiteten. Nach Berrjat-Saint-Pre beliefen sich diese auf 17000 m ganz Frankreich; aufdie Füsilladen in Toulon. die Ersäufungen in Nantes kommenca. 4800.
Die Zeit der Kommune in Paris bietet ein weiteres Bei-spiel. Der Schuster Rouvier sprach das Wort: Ich beschuhedie Menschen und entschuhe das Strassenpflaster. Vom Kneipen-redner , der immer zum Trinken und zur Vertheidigung derFreiheit des Trinkens aufgelegt war, wurde er Minister, alser eines Tages Stiefel im Ministerhotel ablieferte und denStuhl leer fand. Valles sagt gleichwohl von ihm, er habegute und bessere Gedanken, als mancher Gelehrte. Ver-morel war ein entlassener Priester, Romanschriftsteller u. a. m.In seiner Unruhe verbiss er sich in alles und endete in Selbst-mord; er schlug und zerrte sich mit den Weibern herum.{Vinsurge 1886.) .