Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
241
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Siebentes Kapitel. Halbverrüokte Verbrecher. 241

nur mit Hülfe der Zunge wieder entfesselt werden, wenn ernicht sich verletzen will.

Unter den albernen Gesängen desScottatinge" finde ichfolgenden schönen Vers über Italien:

Herrin oder Sklavin stets Feindin deiner Söhne."

Aus meinenDrei Tribunen", wo 'ich von Sbarbarosgenialen Sätzen spreche, seien nur folgende Stellen angeführt.

Wenn das menschliche Gewissen sich nicht mit einergrösseren Dosis Gerechtigkeit durchdringt, so werden dieschönsten Grundsätze zu nichts nützen, sie werden im Gegen-theil zu Gefässen des Verderbens werden, wie es die Inquisitionwar, die von der Idee ausging, dass es ein verdienstlichesWerk sei, die Ketzerseele durch Verbrennen des Körpers zuretten."

Ein französischer Schriftsteller spricht von dem nochherrschenden Heidenthum des Geistes. Es giebt aber etwasSchlimmeres, das ist das Heidenthum des Gewissens, dasHeidnische, das im Gefühl, in den Leidenschaften der Gesamt-heit, in den politischen Stimmungen zurückgeblieben und umso schmachvoller ist, je mehr es sich hinter den Formender sozialen Gerechtigkeit versteckt."

Dort und in der Schrift über Passanante habe ich schongezeigt, wie er mitunter in seinen Schriften, öfter noch in denUnterredungen, kräftige und originelle Gedanken entwickelt,wodurch Mancher zu einer irrigen Vorstellung über die wahreNatur seiner Krankheit gekommen ist. Wieder erwähnt seidie Phrase:Wo der Gelehrte unterliegt, triumphirt derUnwissende" undDie Geschichte, die das Volk lehrt,ist weit lehrreicher, als diejenige, die man in Büchern studirt."

Büffet schreibt trotz seiner vielen politischen Albern-heiten eine sehr schöne Prosa.Das Vaterland," schreibt erz. B.,ist ein Sonnenstrahl zwischen den Zweigen der Eichen,ist ein Thautropfen, der Gesang der Nachtigall, der Schrei derEule, ein Frühlingsmorgen, eine helle Sternennacht! es ist derWein, der in meinem Glase blinkt... es ist der Blick desschönen Kindes, der mein Herz erwärmt; es ist die Dorfkirche,von wo der Glocken Geläute kommt, das die trüben Gedanken

LoMBKOSO, Der Verbrecher. II. 16