Fünftes Kapitel. Der Alkoholiker als Verbrecher. 171
wie in der vorarischen Sage von Yma (Harley, Zend-Avesta)und in Stein gebildet auf einem Basrelief von Niniveh er-scheint, wo die Schlange dem ersten Menschen die Fruchteiner Palme darreicht. (Layard , Mcm. of Niniveh, p. 7Ü;Lbnoemant, 1. c.)
Nach einer anderen, arabischen Sage war nicht Noah,sondern Adam der erste Weinbauer, und der Teufel war es,der die Frucht mit dem Blute eines Affen, Löwen undSchweines 1 bespritzte, in Anspielung auf die Laster, die derWeingeist hervorruft. In einem altfranzösischen Fabliau, • dasdaran anknüpft, heisst es, der Teufel habe lange Zeit ver-.geblich versucht einen Einsiedler zu verführen und ihm ver-sprochen, ihn ferner in Buhe zu lassen, wenn er nur eineinziges Mal eine Sünde begehen wollte, für die er ihm dieAVahl zwischen Trunkenheit, Wollust und Mord freistellte.Der Einsiedler wählte die kleinste der Sünden, das Trinken,mit dem Hintergedanken, durch ein wenig Busse sie wettmachen zu können. Er geht bei dem Müller, seinem Nachbar,zu Gaste und betrinkt sich; mit dessen Frau allein geblieben,fällt er in die zweite Sünde und tödtet schliesslich den Müller,von dem er überrascht wird. 2
Daraus lässt sich erklären, warum im Zend das WortM a d h u zugleich Wein und Schmerz bedeutet, im Chinesischendas Wort Kan Baum und Sünde, — und warum die Sabäermit dem Setarvan (dem duftigen Wein) zugleich den Sam-Gafno, über dem der Tod schwebt, und die Inder den Kal-kavir-Keha, den Baum des Verlangens verehrten; vielleichterklärt sich daraus auch das lateinische Malum für Apfelund Uebel.
2. Statistik. —■ Deutlicher als Sagen- und Sprach-forschung spricht die Statistik, namentlieh in den nordischenLändern.
In Belgien machen die durch Trunksucht hervorgerufenenVerbrechen 25—27 °/o aller Verbrechen aus.
1 Plaxzy, Legendes de Vancien Testament.
- Meon, Nouveau recueil. De Vhermite gut s'enwra.