Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
152
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152 Zweiter Theil. Der irre Verbrecher.

Eigenthum sein soll. Noch jetzt im Irrenliause hält er sichfür den Besitzer von Häusern und Fabriken, vmd war dochnur ein armer Handarbeiter.

Br., an dem keine Degenerationszeichen zu finden sind,obgleich er epileptische Anfälle hat, begoss seine Magd mitVitriol, da sie den ganz und gar platonischen Verkehr mit ihmnicht länger fortsetzen wollte. Br behauptete, er habe dieEhre seiner Mutter retten müssen, die von ihrem Gatten inkeiner Weise verletzt worden sei.

Andere morden, weil sie infolge des dadurch erregtenAufsehens bewirken wollen, dass die Justiz sie von ihrenFeinden befreie. Daher sind sie gleich dabei sich anzuzeigen,auch wenn man nicht nach ihnen sucht, und machen volleGeständnisse. Da sie aber im Gefängniss und im Irrenhauseihr Verfolgungswahn nicht. verlässt, so machen sie schliesslichauf den Direktor und den Arzt Mordversuche.

Andere morden in dem outen Glauben, ein verdienstlichesWerk zu thun.

Ein gewisser Kursin, ein sebr frommer Mann, 53 Jahrealt, brachte seinen siebenjährigen Knaben um, in der Ueber-zeugung ein dem Herrn wohlgefälliges Opfer zu bringen. Ererzählte alle Einzelheiten des Vorfalles mit einem gewissenFeuer.Der Gedanke, dass das ganze Menschengeschlecht ver-derben müsse, hatte mich beunruhigt, so dass ich nicht schlafenkonnte. Ich stand auf, zündete alle Lampen vor dem Cbristus-bilde an und bat Gott mich und meine Familie zu retten.Da ergriff mich der Gedanke, meinen schönsten und bestenSohn vor der ewigen Verdammniss zu retten und unter fort-währendem Beten, sagte ich mir,kommt mir der Gedanke vonder rechten Seite zu, so führe ich ihn aus, denn wenn er vonder linken kommt, dann hat ihn der Teufel eingegeben".Nach langem Beten kam der Gedanke von der rechten Seite.Froh ging ich nach Hause, trat in die Kammer, wo meinSohn an der Seite seiner Mutter schlief, die ich nach demMarkte schickte, damit sie sieh der Opferung nicht widersetze.Dann sagte ich zu ihm: Steh auf, mein Sohn, zieh deinweisses Hemd an. Dann Hess ich ihn auf einer Bank sich