Drittes Kapitel. Psychologie. Aehnlichkeit der Beweggründe. 123
und Vergessenheit folgen. Sehr selten treten die Anfällewährend des Wachens ein, fast immer während des Schlafes,nach Alkoholgenuss, oder auf Kohlensäure-Vergiftung, nachheftigem Aerger.
Eine andere Form ist die von vorübergehender Angst,wobei der Kranke von erschreckenden Vorstellungen undIllusionen befallen wird, die ihn veranlassen sich selbst oderseine vermeintlichen Verfolger umzubringen (Melancholiatransitoria).
Krafft-Ebing führt den Fall eines Schmiedes an, dersich in den Fluss stürzte, um seinem vermeintlichen schwarzenVerfolger zu entgehen. Nachts verhielt er sich ruhig, am2. und 3. Tag überfiel ihn wieder die Angst, — danach genaser. 2 Tage vor dem Ausbruch war ihm schwindlig undängstlich gewesen. Als Schmied hatte er starker Hitze sichaussetzen müssen.
Venturi [Sulla mania transitoria, ISTapoli 1888) stellt aufGrund seiner 54 Fälle von unabhängiger transitorischer Psychosefolgende Sätze auf:
1. Es besteht eine scheinbare Unabhängigkeit von jedwedemvorausgegangenen Krankheitszustande oder von erblicherAnlage.
2. Plötzliches oder fast plötzliches Auftreten des Anfallesinmitten vollkommenster Gesundheit oder unmittelbarnach der Veranlassung. 1
3. Die Dauer der Anfälle beträgt einige Stunden, niemehr als 24. 2
4. Gewalthaten gegen die eigene Person oder gegen Andere,Sachbeschädigung.
1 Ursache unbekannt... in 5 F. Missbrauch von Kaffee in 1 F.
Gemüthsbewegung ... in 4 F. Falsche Diät......... in 1 F.
Strahlende Wärme ... in 2 F. Nachtwachen........ in 1 F.
Stubenhitze......... in 1 F. Wein............... in 1 F.
2 1 F. — 3 Stunden 2 F. — 8 Stunden 1 F. — 14 Stunden1 F. — 4 „ 2 F. — 10 „ 2 F. — 15 „
1 F. — 5 „ 1 F. — 12 „ 1 F. -- 24 „
3 F. — 6 „ 1 F. - 13 „