ßß Zweiter Theil. Der irre Verbrecher.
Danach befindet sich also die Mehrzahl von Irren wegenVerbrechens gegen das Eigenthum in Gerichtsgefängnissen,wegen Verbrechens gegen die Person dagegen in Zuchthäusern,was sich daraus erklärt, dass in den ersteren die unter poli-zeiliche Aufsicht Gestellten, in den letzteren dagegen die grossenVerbrecher, als: Mörder und Todtschläger, überhaupt in Mehr-zahl vorhanden sind.
In Broadrnore wurden, laut Oranges Bericht, aufge-nommen während
1879 1880 1880 1881
M. W.
wegen Mordes und Verwundung.. 321 266 103 352 l
„ Verwandtenmordes ....... 5 7 6 —
„ verheimlichter Geburten ... 2 — —
Incest.................. — 37 19
„ Kaub ................... 1 — —
„ Schlägerei............... 13 — — —
„ Päderastie............... 7 7
„ militärischer Vergehen .... 3 20 —(?) 18
„ Aufruhrs ................ 1 —
„ Diebstahls (10 mit Einbrach) 19 23 3 41
„ Brandstiftung .....'..... ..21 24 1 28
„ Pressvergehen............ 1 — —
„ Sachbeschädigung........ 2 — — —
Nach Delbrücks Berechnung stellen die Verbrecher ausLeidenschaft ein lOmal grösseres Kontingent, als die Gewohn-heitsverbrecher und Diebe. In Bruchsal gaben die Mörderinfolge von Irrsinn 10% und die anderen Kategorien 1,17 %(24 auf 1354 Diebe); was, wie man annimmt, eine Folge^ derGewissensbisse über das ungewohnte Verbrechen sein soll.
Delbrück glaubt, ein grosser Tbeil der irren Verbrecheraus Leidenschaft (Gelegenheitsverbrecher) werde in den Ge-fängnissspitälern schneller geheilt, als die anderen, werde jedochrückfällig beim Rücktritt in die Zelle.
Nach Sommer werden die Gelegenheitsverbrecher schnellerirr, als die Gewohnheitsverbrecher und zwar fast immer im
1 92 an den eigenen Kindern, 23 an den eigenen Frauen, 7 an deneigenen Müttern, 4 an den eigenen Vätern.