Erstes Kapitel. Statistik. 65
Zeichen von Geistesstörung sich zeigen. In den Jahren 1866bis 1876 gab es in Italien (Beltrani-Scalia, Statistica decennaledelle carccri, 1880) irrgewordene Verbrecher in Zuchthäusern:
140 nach 6 Monaten 19 nach 10 Jahren
103 „ 1 Jahre 10 „ 15 „196 „ 3 Jahren 1 „ 25 „
76 ' „ 5 „ 2 „ länger als 25 Jahren.
18 „ 7 „
Der lange Aufenthalt im Gefängniss ist also nicht dieHauptursache des Irrwerdens, wie es noch deutlicher ausReichs Angaben hervorgeht, wonach
4 nach wenigen Stunden4 „ 2 Tagen4 „ 8 „2 „ 24 „6 „ 32 „
Gefangenschaft irre wurden.
In Bruchsal und in Dänemark verfielen in Irrsinn:
10—20 Gefangene in den ersten 6 Monaten21—33 „ zwischen 7 bis 12 Monaten
29—36 „ „ dem 1. und 2. Jahre
22 31 „ „ „ 2. „ o. „
"Von Sommers 111 Kranken hatten 7,5 % Kopfver-letzungen, 24 % waren schon vor der Verhaftung irr, undnur 58 % waren durch die Gefängnisshaft in Irrsinn verfallen.
Unter 168 irren Verbrechern zählt Knecht (Ueber dieVerbreitung phys. Degeneration u. s. w. in Allg. Zeitschr. fürPsychiatrie, 1883)
48,
die im 1. Jahre der Haft
50,
» » *V n » »
22,
„ nach 2V2 Jahren der Haft
9,
„ „ 3 Jahren und länger
irre wurden.
Langreuters Berechnung zufolge kommen in Deutsch-land von 900 irren Verbrechern 300 schon vor der Verurthei-lung in die Irrenanstalt, 200 nach der Verurtheilung, 400
LoMllROSO, Der Verbrecher. II. 5