Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
61
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Erstes Kapitel. Statistik. 61

Tamburini fand unter 36 zu Gefängniss verurtheiltenMännern 18 Imbecile, 4 Lypemanische, 3 Verrückte, 3 mora-lisch Irre, 3 Demente, 2 Alkoholiker, 2 periodisch Irre.

Nach Knecht sind folgende Formen vorherrschend:

bei Gefangenen bei »gescholtenenLeuten

Melancholie............ '. ..... 22,5 % 8,5 %

Epileptisches* Irrsein.......... 13,1 % 8,1 %

Idiotie und Imbecilität .......10,1 % 14,6 %

Allgemeine Paralyse.......... 6,5 % 9,7 %

Manie ....................... 22,0 % 8,5 %

Bei den Gefangenen würde demnach Melancholie und Maniefast 3mal und Epilepsie 2mal so stark gegenüber den Unbe-scholtenen vertreten sein.

Diese Zahlen sind nur zu geringfügig. Betrachten wirdaher das Ergebniss einer italienischen Statistik über den Zeit-raum von 16 Jahren, die zwar auch, besonders in den erstenJahren, ehe Beltrani-Scalia sie beseelte, manche Mängel ent-hielt, aber doch infolge ihrer grossen Zahlen 1742 nichtzu viel des Irrthümlichen enthält. (S. Tab. 4.)

Aus diesen zwar nicht überall sachgemäss erhobenenZahlen ergiebt sich gleichwohl, wenn man ein wenig schärferzusieht, dass die vorherrschenden Formen in Verfolgungswahnund Melancholie bestehen. Sie geben unter Hinzurechnung derZahlen für hypochondrischen Wahnsinn und Panphobie dieSumme von 714, d. i. 2 /ö der Gesamtsumme. Auf alle diese-Formen übt offenbar das Gefängnissleben und der Schmerz überdie Verurtheilung grossen Einfluss. Stark vertreten sind ausser-dem das akute Delirium, die Tobsucht bei Manie und Mono-manie 1 welche Formen irrthümlicherweise getrennt wurdenin flöhe von 429, endlich die Demenz- und Sinnesmonomanie(Hallucination?) mit 219 Fällen. Es ist darunter nur 1 Fallvon Simulation angegeben. Die Zahl der Fälle von Simu-lation ist jedoch jedenfalls grösser, da, wie wir schon gesehenhaben, Simulation von Geisteskrankheit bei Verbrechern häufig

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1 Es giebt keine monoman, furiosa das ist sicher Manie.