54 Erster Theil. Verbrechen aus Leidenschaft.
kannte einen reichen, ehrbaren Mann in den besten Jahren,der sich ohne äusseren Grund umbrachte und in dessen Nach-lass man eine schriftliche Anpreisung des Selbstmordes fand;auch seine Brüder und sein Vater hatten sich in gleichemLebensalter umgebracht. Ein Monomane tödtete sich, als er30 Jahre alt war; als sein Sohn dieses Alter erreicht hatteund gleichfalls irr geworden, machte auch er einen Selbst-mordversuch (Ribot, THeredite 1882).
Aus Casauvieilhs erster Tabelle ersehen wir seltsameBeispiele, wo die erbliche Beanlagung nicht nur in der Aus-führung des Selbstmordes, sondern auch, und das oft nachlanger Zwischenzeit, durch die Art und Weise, ja, wieMaccabruni zeigt, sogar durch die Waffe, die der Vatergebraucht hatte, sich erkennen Hess.
No. 2 ertränkte sich 1804, sein Enkel 1809.
„ 9 erhängte ' „ 1807, sein Enkel 1823.
„ 24 erhängte „ 1817, der Bruder seines Grossvaters 1803.
„ 29 erhängte „ 1817, seine Tochter 1820.
„ 39 erhängte „ 1817, seineSchwesterl821, seine Grossmutter 1802-
„ 61 erhängte „ 1827, sein Grossvater 1799; sein Bruder und
seine Schwester hatten Selbstmord-versuche gemacht.
C. war verschiedene Male gerettet worden, endlichgelang es ihm doch sich umzubringen. Dieser Unglücklichekonnte vor keinem Brunnen oder Wasser vorübergehen, ohneplötzlich die Lust zu verspüren, sich hineinzustürzen. Aehnlicherging es unter gleichen Umständen seiner Schwester, die sichgleichfalls umbrachte.
13. Epilepsie. — Auch in diesem Falle lässt sich, wiewir es bei den impulsiven Verbrechern sahen, die Vermuthungnicht abweisen, dass larvirte Epilepsie dem impulsiven Handelnzu Grunde liegt. Dafür spricht das plötzliche Auftreten, derMangel an Motiven, der unwiderstehliche Drang, die hierbeiso oft auftreten.
Unter 518 Selbstmorden mit unbekannten Ursachen (fast10 % der Gesamtsumme) zählt Brierre viele auf, wo derEntschluss plötzlich reifte. Einer tanzte fast bis zum letzten