18 Erster Theil. Verbrechen aus Leidenschaft.
Frauen freigesprochen werden (Taedieu, De Tinfanticide 1863;.Balesteini, DeW infanticidio 1887).
Daran schliesst sich die politische Leidenschaft in gewalt-samem Ausbruch, wenn. Nacheiferung, Alkoholmissbrauch undVerfolgung sie auf die Spitze getrieben haben. So gab vorkurzem ein Mann, im Glauben, dass im Theater gegen dieGarden vorgegangen werde, einen Schuss auf einen päpstlichenGardisten ab, der ihn niemals zuvor beleidigt hatte. (S. Laschiund Lombeoso, Delitto politico p. II., Bocca, 1888.)
17. Dauer der Veranlassung. — Die Ursache, die-zum Verbrechen .treibt, ist nicht nur sehr gewichtig, sonderngeht ihm auch nur sehr kurze Zeit voran. Bouley erhielt dieNachricht, die ihn bestimmte, erst wenige Stunden vorher;Bounin, Becchis und Verani nur wenige Minuten; Milani24 Stunden; Zucca 8 Tage; Corti wenige Tage. Das Ver-brechen ist mithin niemals vorbedacht oder höchstens wenigeTage, niemals aber monate- oder jahrelang.
18. Mangel an Vorsicht. — Die derartigen Verbrechenwerden nie im Verborgenen, oder aus einem Hinterhalt, odermit Hülfe von Spiessgesellen, oder mit lange vorher zugerich-teten "Waffen begangen. Cumano, Verani, Guglielmotti, Harry,Camicia, Ourti, Milani, Vinci, Brenner, Mari, Zucca, Becchis,Bouley, die Leoni, Ferrand, Sand trafen mit eigenerHand, an öffentlichen Orten, am hellen Tage, vor Zeugenihre Opfer.
19. Waffen. — Bisweilen ist die Waffe sogar schlechtgewählt, denn es ist die erste beste, die sie finden: ein Stein,eine Schere, Nadeln, Zähne (Zucca), ein Basirmesser, dieHände — besonders bei den Frauen, Nebenbuhlerinnen undNeugeborenen gegenüber.
20. Wahnsinniges Geharen. — Oft schlagen sie-wie wahnsinnig nach rechts und links um sich herum, wieMarino, der mit einer Zange nicht bloss seinen Nebenbuhler,sondern auch seine Geliebte und ihre Mutter erschlug; wieGrassi, dessen Liebesanträge, von seiner Cousine verschmähtwurden und der nicht nur die letztere, sondern auch den Vaterund sogar die Ochsen in seinem Stalle erschlug; oder wie ein