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1 (1894)
Entstehung
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62
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62 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.

wer sie auf dem Kopfe fragen will, muss einen Menschentödten, den ersten besten, der ihm unter die Hand kommt. (Id.)

h) Mord aus Blutrache. — Der Kult der Feindschaftfindet in den ersten Zeiten des gesellschaftlichen Fortschrittseine Stütze in dem selbstsüchtigen Verlangen nach Bewunde-rung und der Furcht vor der Verachtung der Stammgenossen.Die Meinung des Stammes giebt der Pflicht, eine blutige Bachezu üben, einen zwingenden Charakter. Man preist den Mann,der nach dem Tode eines Verwandten nie die Verfolgung desvermeintlichen Mörders aus den Augen lässt. (Ferri, a. a. O.)

Wird z. B. ein Eingeborener von einem Weissen beleidigt,so genügt es, sich an irgend einem Weissen zu rächen. Fürden Australier giebt es keinen natürlichen Tod; jeder Todrührt von irgend einem bösen Einfluss her und muss gerächtwerden. Daraus entspringt für jeden Eingeborenen eine Beiheblutiger Pflichten, die sehr lebhaft empfunden werden.

Auf Tahiti wurde der Mörder von den Freunden des Ge-storbenen angegriffen; siegten sie, so wurden sein Haus, seineHabseligkeiten, seine Ländereien u. s. w. zum Eigenthum derAngreifer, und umgekehrt. Auch auf Nukahiva wurde derMord mit Mord gerächt. —

5. Anthropophagie. — Anfangs eine Folge des Hun-gers, besonders auf den- Inseln, später religiöser Gebrauch, durchdie Kriegswuth gefördert und als Erbtheil seheusslieher Leckereifortgepflanzt, ist die Anthropophagie die höchste Stufe dermenschlichen Grausamkeit. Sie begleitet oft den Mord, nimmtalle die mehr oder weniger grässlichen Gestalten desselben anund hebt auch darin jeden Unterschied zwischen Mensch undwildem Thiere auf. (Ferri.)

Es wurde mehrfach, und neulich noch von de Mortilletin Abrede gestellt, dass im prähistorischen Europa Anthropo-phagie geübt worden sei; doch die Mehrzahl der Alterthums-forscher, von Spring an, hat den Kannibalismus der UrbewohnerEuropas mit Sicherheit dargethan. Meisterhaft ist der Gegen-stand in C. Vogts Anthropologie et sacrifices humains entwickelt.Die Beweisstücke sind unzählig, und nur beispielweise führenwir die von Professor Capillari in der Taubenhöhle ge-