Erstes Kapitel. Das Verbrechen und die niederen Organismen. 7
Sommers, nachdem einmal der Hochzeitsflug beendigt ist und■während der Nahrungsvorrath knapper zu werden anfängt,durchbohren die Arbeitsbienen die Männchen mit ihren Stachelnoder vertreiben sie aus dem Bienenstocke, so dass sie vorHunger und Kälte umkommen.
5. Tödtung aus Habsucht. — Die Ameisen, welcheBlattläuse züchten, um ihren süssen Saft zu saugen, ziehen esmanchmal vor, sich solche Herden durch Baub zu verschaffen.Fokel sah eine Kolonie von Formica exsecta unerschrockenzwei Nester von Casius niger und Casius flavus angreifen.Nachdem sie viele Feinde niedergemetzelt, warfen sich dieAngreifer auf die in der Nähe wachsenden Sträucher undmachten unbarmherzig Jagd auf die Ameisen, um sich ibrerBlattläuse zu bemächtigen.
Ebenso grimmige und mörderische Kriege werden zeit-weise von den Amazonenameisen unternommen, um sich einegrösstmögliche Zahl Puppen von Dienstameisen zu ver-schaffen, die sie alsdann als Sklaven aufziehen. — Zu dem-selben Zwecke überfallen die blutrothen Ameisen (Formicasanguinea) die Nester der Amazonen und unternehmen gegendieselben abenteuerliche Feldzüge. — Die mexikanischen Honig-ameisen weiden oft ihresgleichen aus, um den von diesen auf-gespeicherten Honig zu saugen.
6. Tödtungen aus Kriegslust.-—Bekanntlich kommtes vielfach vor, dass Thiere, selbst derselben Art, echte Kriegeuntereinander führen, die nur indirekt durch den Kampf umdas Dasein bestimmt werden und nur das Tödten um desTödteris willen zum unmittelbaren Zwecke haben.
Es ist bemerkenswerth, dass der Gorilla, wenn er zumKampfe auszieht, einen langen, dem Kriegesschrei des Wildenähnlichen Kriegesschrei ausstösst; auch wirft er sich auf denFeind mit der "Wuth und dem Ungestüm der "Waldbewohner.
Nirgends aber tritt das Gefühl der Feindseligkeit und desWiderwillens so stark hervor wie bei den Ameisen undTermiten.
Wenn man in eine Schachtel einige Ameisen mit ihrenGegnerinnen zusammen einsperrt, so sieht man dieselben sich