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6 (1898) Rekonstruierte Karten
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V. Die Kosmographie des Julius Honorius. — Litteratur.

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V. Die Kosmographie des Julius Honorius.

(Hiezu Taf. 4.)

Litteratur.

Berg er, Eratostken.es 1880, p. 221.Brandis im Rhein. Mus. IX. B. 1854, p. 293/6.Kubitschek. Kritische Beiträge zur Kosmographie desJulius Houorius, Progr. Oberhollabrunu, 1882 und 1883.

- In Wiener Studien VII, 1885, p. 1-24 und 178—310.Lelewel, Geogr. du moyen-äge, Epilogue, 1857, p. 36.Hüllenhoff in Hermes 9, (1875) p. 182; Deutsche Alter-

tumsk. III, 299, 309.

— Altertumskunde III, 1892, p. 219 ff. (ursprünglich Kieler

Progr. über die röm. Weltk. 1856). Ferner ib. p. 83Ferner 311 ff.Mu 11 er Hz n., S.. de Germaansche Volken bij Julius Hono-

rius en anderen (in den Verhandelingen d. K. Akad.

Amsterdam, 1895), 39.Pertz C., de Cosmogr. Ethici, Diss. Berlin 1853.Petersen, Chr., über die Kosmogr. d. Augustus in Rhein.

Mus. 9. 1854, p. 85—106 und 412-442; 8. 1853, p. 400.Riese, Geogr. Lat. min., 1878, Prolegoniena p. XIX—XXVI ;

ed. „Excerpta eius sphaerae vel continentia" p. 24—55.Ritschi im Rhein. Mus. I, 1842.S c h w e d e r über die Weltk. d. Kosmogr. v. Raveuna 1886,

p. 4; ferner in Fleckeisens Jahrb. 147. B., 1893, S. 499 ff.Wuttke, die Kosmogr. d. Aethicus, Leipzig 1853, p. C.

Mit dem Namen Kosmographie bezeichnet man gewöhnlich die kurze und stark verdorbene Erd- y_beschreibung des Julius Honorius, orator utrisque artis, magister peritus et doctissimus, wie er genanntwird. Die Schrift ist nicht von Julius Honorius selbst, sondern ohne sein Zuthun (ipso nolente ac subtcr-fugiente) von einem Schüler nach einem Kollegheft, wie wir sagen würden, publiziert worden. Der Titelschwankt zwischen Excerpta oder Excepta, was beides einen Sinn giebt; doch da schon im ersten Satze vonexcerpere die Rede ist, würden wir Excerpta bevorzugen, und auch am Schlüsse „liber Excerptorum"setzen, statt Exceptorum. Die Schrift führt sich ausdrücklich als Auszug aus einer Karte ein, und derMagister wünschte, dass Schrift und Karte nicht getrennt werden: „hie liber exce(r)ptorum ab sphaerane separetur". Die Schrift nennt sich auch Quatuor oceanorum continentia. Sie ist in der >-ursprünglichen Redaktion (A) nur in einem einzigen Manuskript (Paris, 6. Jahrhundert) erhalten, und mit-unter lückenhaft. Dagegen existieren viele Manuskripte einer zweiten Recension (B), welche CosmographiaJulii Caesaris betitelt ist, und mit dem Vermessungsbericht beginnt, manche spätere zum Teil recht alberneZusätze enthält, in manchen Fällen aber auch zur Ergänzung der ersten dient. Wir lassen die 2. Recen-sion im allgemeinen ausser Betracht.

Die Abfassungszeit möchten wir in den Anfang des 5. Jahrhunderts ansetzen 1 ). Aus derSchrift selbst erhalten wir folgende Anhaltspunkte. Dass Constantinopel noch Byzantium heisst, kommtwie zahllose Reste einer früheren Zeit nicht in Betracht, vielmehr sind nur die jüngsten Daten mass-gebend. Statt Cirta wird in Kumidien Constantine genannt. Die Völker jenseits des Rheins sind dieselbenwie auf der Ta und beim Laterculus Yeronensis, was auf das 4. Jahrhundert hinweist; die Hunnen fehlen,die Vanduli sind vorhanden. Die christlichen Zeichen, welche die Ta und Hi haben, fehlen der 1. Recen-sion 2 ), so dass Riese die Schrift weder christlich noch heidnisch nennt. Die Städte in Gallien zeigen dieGaunamen, wie sie Ammian, die Xotitia Galliarum und die Beatuskarte haben, im Gegensatz zur Ta, wasjedenfalls auf die 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts hinweist. Die Provinznamen zeigen zwar wie auf allenKarten viele alte Reste, aber schon die fast ausschliessliche Anlehnung an die Benennungen Isidors zeigt,dass wir die nachdiocletianische Einteilung des römischen Reiches haben; in Spanien werden 4 Provinzen

] ) Xack Kubitschek lebte Honorius im 4., spätestens5. Jahrhundert; Petersen setzt ihn zwischen 412 und 427an, Müllenboff im 5. oder 6. Jahrhundert, sicher vor 550(Oassiodor und Jordanis^), Lelewel c. 500; Riese unterscheidetmit Müllenboff zwischen dem Alter der Karte, welche auch

Müllenboff vor der Völkerwanderung, vor 376 ansetzt, undder Abschrift durch Honorius, welche später erfolgt sei.

2 ) Phison, Geon, Castra Moyseia, Horrea Joseph, Sodomaet Gomorra, Bethulia, Sinai finden sich nur in B.