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6 (1898) Rekonstruierte Karten
Entstehung
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IV. Die Kosmographie des Paulus Orosius. — Textvergleichung.

der weiten Ausdehnung zwischen Sicilia und Greta verstanden, wie auch bei Pt; ferner der Sinus Mace-donicus, Aulon Cilicius, Sinus Aquitanicus, welche sonst nicht vorkommen, ferner beide Syrtes, maioresminores im Plural (auch Am);

hei Ammianus in Gallien die Alpes Gottiae und Poeninae u. a.

Trotz dieser Aehnlichkeit ist an Benützung dieser Autoren nicht zu denken, sondern sie habenalle aus derselben Kartenquelle geschöpft. Eine Betrachtung der Meeresnamen, in welchen Or besondersvollsändig ist, zeigt diese Thatsache am besten, auch deshalb, weil diese Namen am wenigsten derVeränderung unterworfen waren. Wie die Ta die schongenannten höcbst auffälligen Konkordanzen, sohat Pt den Sarmaticus Oceanus und Numidicus Sinus, Mela das Marc Nostruin gemeinsam.

In manchen Teilen zeigt die Orosiuskarte einen altertümlichen Cliarakter und Bestandteile, welcheauf das 1. Jahrhundert zurückgeben, so in den Namen Hispania citerior und ulterior, Egyptus superiorund inferior, den Batavi, Menapii und Morini; einer mittleren Zeit gehören die Angaben über die Suevinach Tacitus, sowie über die Grenze Rätiens an 1 ).

Daneben aber zeigt die Kosmographie des Orosius auch deutliche Spuren der Benützung derrevidierten Reichskarte des 4. Jahrhunderts, was sieb besonders in der Verwandtschaft mit Ammian aus-prägt im Bild von Thracien, Gallien, Syrien (hier Phoenice, Palaestina, Saraceni, Commagene, Cilicia,Isauria, Taurus, Cyprus in gleicher Lage); neu sind che Namen der Scotti (auch Am), Nabataei et Saraceni(letztere Ende des 2. saec), aus Dacia Getica Dm ist Dacia ubi et Gothia geworden; in Afrika sind Zeugis,Byzacium und die Tripolitana quae et Subventana, sowie die 3 Mauretaniae Zeugen der DiocletianischenProvinzeinteilung.

Dass die Karte mit Bildern geziert war, ist kaum zu bezweifeln; Portus Bomae, Pbarus inAlexandria und Brigantia, Arae Alexandri, Herculis Columnae waren wohl durch die bekannten Bilderausgezeichnet.

Eine Eigentümlichkeit ist noch die Angabe über die Zahl der gentes in Nordeuropa, Albania,Scytbia, Indien u. s. w. Diese Zahlen zeigen am besten, dass Or eine grosse Weltkarte vorliegend gehabtbat, auf welcher er die gentes abzählte. Plinius und Ptolemaeus haben meist viel grössere Zahlen. Sogiebt Plinius in Indien die 119 gentes nach Seneca (in Wirklichkeit zählen wir bei ihm 113); in Albaniazwischen Tanais und Mare Caspium zählen wir 32, Or hat 34; in Scythien c. 69, Or 42; in Parthienwürde die Zahl annähernd stimmen (32—34), in Mesopotamien 33, bei Or 28; in Arabia hat PI 86,Or 28. Ptolemaeus hat in Nordeuropa über 100, in Arabien gegen 60. Bei Ba und Ho liessen sichzum Teil ähnliche Zahlen herausrechnen, aber nur erzwungen. Es ist auch begreiflich, dass in dieserHinsicht keine zwei Karten übereinstimmen konnten.

Ueber die engen Beziehungen der Orosiuskarte zu den nachfolgenden mittelalterlichen Kartensiehe die Beatuskarte Mm I, 65, Cottoniana III, 35, Albi III, 59, Lambert III, 52, Hereford IV, 48,Ebstorf V, 77.

J ) S. 273: „ab occasuGalliamBelgicam, a eir-eio Danubii fontem et lim item, qui Germaui amaGallia inter DanubiumGalliamque (es soll wohlRhenunique heissen; Isidor sagt kürzer limitem qui Germa-

niam Galliamque seeeruit) seeernit, a septentrioueDanubium et Germaniaui." Unter Germania ist hier

jedenfalls Germania Magna ZU verstehen.