202Calvinismus sich schroff einander gegenüber, da Adolf Friedrich, zuersterem sich bekennend, mit seinem, die Reformirten bevorzugendenBruder Hans Albrecht von Güstrow in heftigen Zwiespalt darübergerathen war. Nirgendwo aber finden wir, daß der dem Herzog AdolfFriederich so nahe stehende Lohausen sich an diesen Streitigkeiten be-theiligt hat.Zu einer erschöpfenden Beurtheilung der praktischen militärischenLeistungen unseres Kriegsmannes fehlt uns der richtige Maßstab, dazu derselben eine genauere Kenntniß aller Details erforderlich wäre.Daß er aber auf einer hohen Stufe militärwissenschaftlicher Bildungstand, zeigen uns seine Discurse als Anhang zu der Uebersetzung desSallust und seine sonstigen Schriften. Auch hatte er vor Jülich eineEinsicht in die damals berühmte Schule des Prinzen Moritz von Oranienbekommen, und die gemachten Erfahrungen sind gewiß nicht nutzlos anihm vorübergegangen. Was er vor dem Feinde geleistet, zeigt ihn unsals einen tapferen unverzagten Soldaten, der überall seine volle Schul-digkeit gethan. Aber wir müssen ihn wohl unterscheiden von den vielenKriegsleuten seiner Zeit, welche bald dieser, bald jener Fahne denSchwur leisteten und die wir heute auf dieser, morgen auf jener Seiteerblicken, je nachdem der materielle Vortheil ihnen hier oder dort größererschien. Lohausen ist stets der Sache treu geblieben, deren Vertheidi-gung er einmal übernommen hatte; er hat nie eine Bestallung ange-nommen, die nicht mit seiner Ueberzeugung übereinstimmte, und erstdann verließ er den Dienst Schwedens, als Kränkung und Verdäch-tigungen der schlimmsten Art sein längeres Verbleiben unter einer Fahneunmöglich machten, deren erstes Entfalten in ihm so große, durch diespäteren Ereignisse so bitter getäuschte Hoffnungen für sein DeutschesVaterland hervorgerufen hatte. Sagt er uns doch selbst in seinemBriefe vom 1. April 1637, daß schon seine selige Mutter ihm prophe-zeit habe, wie seine Deutsche Aufrichtigkeit ihm viel Ungelegenheit zuziehen würde.Größeres hat unser Kriegsmann auf dem militärisch=diplomatischenFelde geleistet. Seine Kenntnisse, seine wissenschaftliche Bildung undsein Character zeichneten ihn rühmlich aus vor den gewöhnlichen Kriegs-leuten seiner Zeit. Beehrt durch das Vertrauen seiner Kriegsherrn,sahen wir ihn sowohl im Brandenburgischen, Oldenburgischen, Dänischenals im Mecklenburg=Schwedischen Dienst vielfach zu besonderen Auf-trägen verwendet, und immer hat er dieselben zur vollständigen Zufrie-denheit ausgeführt. An seinem Grabe rühmt der Redner ihm nach:„Es ist ihm von vornehmen Cavallieren und Kriegs=Erfahrenen dieses
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