187seine gnadenhand von uns abziehe, dafür doch seine Barmherzigkeitdemütig gepeten wird.“„Daß auch zweitens die herrn so starck auf die Capitulation gehen,wundert mich mit allein nit weinig, sondern gehet mir tieff zu gemuthe.Die herrn setzen in ihrer übergebenen schrifft: Contra Academicos, daßtempore necessitatis praesertim Bellicae alle privilegia und immunitates cessieren*) hingegen wollen Sie so starck auff die Capitulationfueßen! die Herrn machen doch Comparationem, was es für ein mäch-tiger Unterschied zwischen von Keyßer zu Keyßern von undencklichenJahren hero confirmirten Keyserlichen, ja tunc temporis hochgehaltenenPabstlichen privilegiis, und einer zwischen Landesfürstlichen hohenObrigkeit und dero Erbunterthäniger Stadt zu dero selbst eigenerConservation gemachten eventual Capitulation habe, — praesertimhac adhuc ardente Belli necessitate — darzu in einer Sachen, daraufder ganzen Stadt, der Herren und aller Einwohner wohlfahrt beruhet.“„Ich bitte die herrn consideriren die Sache woll und dencken janit, daß Sie mit ganz albern Leuten zu thun haben, die nit zu unter-scheiden wissen, quid sit Juris? quid Aequitatis? quid NecessitatisMeines weinigen orts bedinge ichs clärlich, daß in solcher Unord-nung und ataxia länger zu sein mir unmöglich, Insonderheit, weil meingewißen und ehrlicher nahme darbey periclitiret, ich auch wol spüre,daß so wol ein als anderen orts bei diesem werck weinig dancks ver-dienet wirt. Gott gebe den Herrn und Bürgerschafft saniora Consiliaet cogitationes, sonst trage ich sorge, daß dasjenige, so jähner saget:Quando Deus statum evertere vult, Consilia corrumpuntur, an dieserStadt wahr werden möchte. Schließlichen gebe man nur eine Cathe-gorische resolution, damit man sich darnach habe zu achten, Unserngnädigen Fürsten und herrn zu hinterbringen, und der högsten unumb-genglichen notturfft weiter nachzudenken. Uns allerseits hiemit Gottes#25)Obhueth empfehlendHierdurch war jedoch das Ende der Streitigkeiten noch lange nichtherbeigeführt. Aus mehreren folgenden Briefen Lohausens ersehen wir,daß er seiner Stellung überdrüssig war und den Herzog um seineEntlassung bitten wollte. Dies scheint auch geschehen zu sein, da einSchreiben an den Magistrat vom 26. August am Schlusse besagt: „IchAuch mit der Universität scheint also der Magistrat im Zwiespalt gestan-den und sich gegen dieselbe darauf berufen zu haben, daß zur Kriegszeitalle Privilegien aufhörten. Lohausen schlägt nun den Magistrat mit seineneigenen Worten.
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