Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
171
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171ausgefertigt und bereit gehalten war*), und schrieb dabei:Wir über-schicken Euch hiermit Ewre newe Bestallung und thun Euch nochmalßzu solchem officio Gottes gnad, viel glück und Segen wünschen, undweil nunmehr nötig sein wirt, daß Herzog Georg zu Braunschweig undLüneburg Lbd. dieses notificirt, seine Schreiben beantwortet und ratio-nes darin eingeführet werden, worumb man zu bestellung eines com-mendanten verursachet worden, ob vielleicht Sr. Liebden und derGeneral-Major auß dem Winkel bewegt werden muchten, des Obristencharge übers Regiment Euch zu gönnen, Alß begehren wir gnediglich,Ihr wollet unß dazu dienliche bewegende rationes an die hand gebenoder die antwort, dergestalt wie Ihr vermeinet, dieselbe zu erreichungUnser intention dienlich zu sein, selbsten abfassen und unß unverlengtzuschicken. Lohausen wird nun gewiß nicht verfehlt haben, dem ihmgewordenen Auftrage gemäß, solcherationes aufzufinden, die, wiewir oben gesehen, zum gewünschten Ziele führten.Aber auch noch einen anderen Gegenstand berührt das oben ange-führte Schreiben, den wir mittheilen, weil er einen Einblick in die allge-meinen außerdienstlichen Verhältnisse der Officiere gestattet. Der Herzogschreibt nemlich:Negst diesem können wir Euch gnedig nicht verhal-ten, daß wir mit Verdruß und ungnedigem mißfallen vernemmen undbestendig berichtet werden, waßmassen die officier daselbsten mit zuzie-hung der vom Adel aufm Lande, in Unsern Emptern und in Unsermgehege sich unterstehen zu Jagen. Nun wisset Ihr, daß wir solchesgar nicht leiden können; Drumb befehlen wir Euch gnediglich, Ihrwollet Ihnen solches ernstlich und bei Vermeidung meiner Ungnad undwilkührlicher straf inhibiren; da sie Lust zum Jagen, vermeinen wir,daß die Rostocker Heide Ihnen dazu genugsam sei und daß sie desunfrigen sich wol eußern könnenNun definitiv in seiner neuen Stellung bestätigt, machte LohausenAnstalt, seine in Schwerin noch zurückgebliebene Familie nach Rostocküberzusiedeln und setzte hiervon Bürgermeister und Rath in KenntnißDarauf erfolgte am 18. August 1636 ein Senatsbeschluß, dem neuenCommandanten und seiner Familie bei ihrem Anzuge eine Ohm Wein,eine Last Bier und eine silberne Kanne, inwendig vergoldet, in derSchwere von 106 Loth, zu verehren?). Am folgenden Tage zog Lohau-sen mit seiner Familie in Rostock ein, vom Rathe und der BürgerschaftAnlage 6 Memorial und Bestallung Lohausens zum Commandanten vonRostock, nach dem Original und Concept im Staatsarchiv zu Schwerin.