168sollte, so wird uns diese Sendung klar, da Hans Georg aus demVinkel zwar mit Baner sich überworfen und den Dienst Schwedensverlassen hatte, der Reichskanzler ihn jedoch dadurch wieder zur altenFahne zurückführen wollte. Bürgermeister und Rath gaben indessen aufden Antrag eine ausweichende Antwort, wofür sie von dem HerzogAdolf Friedrich unter dem 3/48. April eine anerkennende Belobigungerhielten?In Rostock selbst bestanden übrigens ganz eigenthümliche Verhält-nisse. Wenn der Herzog die Stadt auch „seine erbunterthänige“ nennt,so hatten Bürgermeister und Rath dennoch aus dem Verhältniß alsHanse=Stadt eine so große Selbständigkeit bewahrt, daß die Souveränitätdes Landesherrn, im strengen Sinn genommen, nur auf sehr schwachenFüßen stand. Namentlich war auch hier das jus praesidii, das Besatzungs-recht und das Verhältniß der Garnison zum Landesherrn, ein Gegen-stand vielfacher Differenzen. Dazu kam noch, daß das Regiment vonEhlen kein Mecklenburgisches Regiment war und nur vom Herzog AdolfFriedrich, wie wir gesehen haben, nach Rostock gelegt worden war, gleich-sam als ein Regiment des Niedersächsischen Kreises, um den HerzogGeorg von Lüneburg aus der Verlegenheit zu ziehen. Als nun imMai 1636 der Oberst von Ehlen wirklich den Abschied nahm, odernach damaligem Ausdruck „das Regiment resignirte“, wies er seinenMajor von Schwartzkopf an, die Stadt gut in Acht zu nehmen. Die-sen Umstand gedachte Herzog Adolf Friedrich zu benutzen, indem er ohneweiteres Lohausen zum Chef dieses Regimentes ernennen wollte. Da-durch griff er jedoch in die Rechte des Lüneburgers ein und mußtedessen Zustimmung einholen. Dieser aber lehnte in einem Schreibenvom 30. Juni Lohausens Ernennung ab, indem er anführt:„Aus Ew. Lbd. freundtvetterlichem Schreiben haben wir verstan-den, daß Ew. Lbd. unserem vom Obrist Ehlen unß hinwieder resig-nirtem Regiment, Ihren Obristen, auch geheimbden undt Krieges RahtHerren Generall Majeur Lohausen, hinwieder zum Obristen vorzustel-len undt in deß Löblichen Niedersächsischen Crayseß undt Ihre speciallpflichte zu nehmen entschlossen, Nun wolten wir zwar E. Lbd. vor-schläge unß freundtvetterlich belieben undt gefallen lassen undt Ihr hieringerne gratificiren, wehren auch mit deß Redtlichenn Cavalliers, HerrnGeneral-Majeur Lohausen, persohn gar woll friedtlich, Wir können aberEw. Lbd. freundtvetterlich nicht verhalten, daß uff avisation undt darauferfolgte resignation unserß Obristen Johann Dieterich von Ehlen wirschon vor drei Monaten (!) daß Regiment einem renomirten Caval-lier, nemblich dem Herrn General-Majeur Hanß Georg auß dem
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