125später zum Legaten der Krone im Römischen Reiche und bei allen Heerenernannt. Aber das Band, welches der große König um die Deutschenprotestantischen Reichsstände durch die Macht seiner Persönlichkeit ge-schlungen hatte, war schon merklich gelockert. Dennoch einigte man sichüber die Fortführung des Krieges, zu welchem „Frankreich das Geld,Deutschland das Blut“ hergeben sollte. Da aber weder der Kurfürstvon Sachsen, noch Herzog Georg von Lüneburg, oder Wilhelm undBernhard von Weimar sich einer dem andern unterordnen wollten,vielweniger noch einem Schwedischen General, so war eine Trennungdes Heeres und des Oberbefehls je nach den getrennten Kriegsschau-plätzen die unmittelbare Folge dieses Zwiespalts. Am 8. Januar 1633kam Oxenstiern im Lager von Altenburg an und entwarf den Plan zuden neuen Operationen.Herzog Bernhard von Weimar erhielt den Oberbefehl über einenTheil des Hauptheeres, mit der Aufgabe, nach Franken zu marschiren,um dem noch an der Donau stehenden Feldmarschall Horn die Handzu bieten. Ihm wurden die Generale Bulach und Lohausen zugetheilt,Herzog Georg von Braunschweig=Lüneburg mit seinen Regimentern.vereint mit einem Schwedischen Corps unter Kniphausen, sollte denNiedersächsischen Kreis und Westfalen behaupten. Die Kursächsischenund Kurbrandenburgischen Regimenter, denen eine Schwedische Abthei-lung unter Graf Thurn beigegeben war, sollten unter Arnims Führungden Krieg in der Lausitz und Schlesien fortsetzen. Herzog Wilhelm vonWeimar, der die Führung des Hauptheeres beansprucht hatte und, vollerNeid auf die Bevorzugung seines jüngeren Bruders Bernhard, sichdiesem nicht unterordnen wollte, behielt den Oberbefehl über die vonihm geworbenen Regimenter als ein selbständiges Corps; ebenso derLandgraf Wilhelm von Hessen. General Baudiß, der am Rheine imKur=Kölnischen stand, und der Pfalzgraf Christian von Birkenfeld solltendie von den Schwedischen Waffen am Niederrhein errungenen Vortheilebehaupten und verfolgen, während den Rheingrafen dieselbe Aufgabeam Oberrhein und namentlich auch in den Oesterreichischen Vorlandenzufiel. Im Mittelpunkte Deutschlands, im Magdeburgischen, sollteendlich ein ziemlich ansehnliches Schwedisches Corps gleichsam als Reserveaufgestellt werden, um je nach den Umständen den obgenannten Heeres-theilen hier oder dort Unterstützung leisten zu können. Die Führungwurde dem General Bauer übertragen, und es ist wohl unbezweifelt,daß dieser Anordnung auch der Hintergedanke zu Grunde lag, durcheine bewaffnete Macht die zweifelhafte Stellung Kur=Sachsens, Bran-denburgs und der Braunschweigischen Fürsten scharf zu controliren.
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