123lichen Ausgang nehmen sollte: für die Schweden, weil sie, obgleichSieger, den Sieg mit dem Leben des Königs erkaufen mußten; für dieKaiserlichen, weil sie zum Rückzuge genöthigt wurden und ebenfallsden kühnen Pappenheim verloren, welcher, auf Befehl Wallensteinsvon Halle herbeigeeilt, der Schlacht augenblicklich eine günstige Wen-dung gab, aber tödtlich getroffen niedersank und noch auf demTransport nach Leipzig starb. Wallenstein sammelte sein geschlagenesHeer bei Leipzig, zog über Chemnitz und Zwickau nach dem Erzgebirgeund von dort nach Böhmen. Herzog Bernhard von Weimar, der nachdem Tode Gustav Adolfs die Führung der Schweden übernommenund den endlichen Sieg errungen hatte, verfolgte den Feind nicht,sondern zog nach Weißenfels. Den Angriff auf Leipzig überließ erdem Herzog Georg von Braunschweig=Lüneburg, der endlich sich mitder Kur=Sächsischen Armee von Torgau aus in Bewegung gesetzt hatteund auch mit Unterstützung des Schwedischen Generals Kniphausendie Stadt und die Pleißenburg am 1½1. November einnahm.Es ist hier nicht der Ort, über das Verhalten des Herzogs Georgsich näher auszusprechen. Daß nach unseren heutigen strategischenAnschauungen demselben nur die größte Vernachlässigung der Rück-sichten auf das Allgemeine und eine vorwiegende Geltendmachung seinerParticular=Interessen Schuld gegeben werden muß, ist wohl, nach denoben angegebenen Auszügen aus Lohausens Correspondenz, außer allemZweifel. Wäre er der in Elster erhaltenen Aufforderung des Königs,ja selbst noch der in Torgau erhaltenen Weisung nachgekommen, sohätte er noch in der Schlacht bei Lützen im Rücken Wallensteins ein-greifen und vielleicht zur Vernichtung des Kaiserlichen Heeres beitragenkönnen, während jetzt Leipzig erst erobert werden mußte und der Rück-zug Wallensteins nach Böhmen ungefährdet blieb.Bei Grimma stießen nun zunächst beide Heere, das Schwedischeund das vereinigte Kursächsische und Lüneburgische, zu einander. Vonhier aus berichtet Lohausen dem Herzog von Mecklenburg über denTod des Königs u. A.: „Wie eigentlich der Köngl. Mayst. tödtlicherabgang vorgangen, habe ich newlich nit berichten können, so viel habeich erfahren, daß Ihr. Mayest. mit dem Obristen Steinbock, so dieSchmaländische reuter führet, nebenst Herzog Franz Albrechten ge-troffen, freudig und resolut hinangegangen und weidlich niedergemachetim Wenden aber hatt einer vom feindt Ihr. Mayest. den Linken armentzwey geschossen, daß er alsobaldt gehangen undt den Zuegel nit mehrführen können, Worauff noch einer kommen undt dem König die pistolin rücken gesetzet, durch und durch geschossen, Wie nun das pferdt an-
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