116sondern auch einen Ausgangspunkt finden konnte für etwaige weitereExpeditionen nach dem Eichsfelde, auf dessen Besitz ihm der Königgleichsam Anwartschaft gegeben hatte. Es traten nämlich gleich nachder Besitznahme von Duderstadt Meinungsverschiedenheiten zwischenHerzog Georg und den Schwedischen Generalen und Bevollmächtigtenein. Ersterer wollte die Befestigungen noch verstärken und eine be-deutende Besatzung hineinlegen, während die eigentlich SchwedischeAnsicht dahin gieng, Duderstadt nicht mehr als Festung bestehen zulassen, sondern die Werke zu schleifen, um die zur Besatzung nöthigenTruppen zu anderweitigen Operationen disponibel zu behalten. Derabgehaltene Kriegsrath sprach sich für die letztere Ansicht aus, und manging sogleich ans Werk, die vorhandenen Befestigungen zu sprengenund zu schleifen. In dem Bericht über diesen Kriegsrath wird Lohausenzum erstenmal als General=Major bezeichnet, ohne nähere Angabeüber eine stattgehabte BeförderungNach einer zweiten vom Kriegsrath festgestellten Ansicht sollte nundas ganze vereinigte Corps nach Westfalen aufbrechen, um dort nament-lich auch dem Kurfürsten von Köln zu Leibe zu gehen, welcher Pappen-heim nicht nur durch Geldmittel, sondern auch durch Truppen großeUnterstützung geleistet hatte. Aber Herzog Friedrich Ulrich von Wolfen-büttel ließ nicht ab mit Klagen, daß seine Stadt Wolfenbüttel nochimmer in Feindes Händen sei und seine Lande von den Kaiserlichenschwer heimgesucht würden. Herzog Georg stimmte insofern mit ihmüberein, als er dadurch einen neuen Grund fand, im NiedersächsischenKreise zu bleiben. In Folge dessen wurde in dem Kriegsrathe beschlossen,daß der Herzog mit der Hälfte der Truppen die Belagerung vonWolfenbüttel unternehmen, General Baudiß mit der anderen Hälftenach der Weser marschiren sollte, um einem neuen Angriffe entgegenzu treten, den Pappenheim mit den am Rheine errichteten Regimenternunternehmen würde. Lohausen wurde dem Herzog Georg zugetheiltund zog mit demselben vor Wolfenbüttel*), General Baudiß marschirtenach der Weser, überschritt den Fluß und setzte sich im Stift Pader-born fest.) Das Theatrum Europ. II, p. 661 gibt bei dieser Gelegenheit Lohausen auchals Obersten der Stadt Braunschweig an. Abgesehen davon, daß er schonbei dem oberwähnten Kriegsrath als General=Major fungirte, ist von einerBestallung Seitens der Stadt Braunschweig keine Nachricht aufzufindengewesen. Die Befehlshaber mehrerer Regimenter führten in der SchwedischenArmee den Generals=Titel, blieben jedoch zugleich Obersten ihres Regiments,welches dann der Oberstlieutenant commandirte.
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