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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
73
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73weilen das letzte wegen meiner geringfügigkeit, mir schwerlich zu errei-chen: Zum ersten auch, in obererwähnt meinem gefengnus nicht gelangenkonte, inmassen der degen am nagel gehangen, und also durch Göttlicheverleihung und desselben zuthun etwas denkwürdiges zu verrichten, mirdie gelegenheit abgeschnitten, ich zum mittlern mich zu wenden, einenfederfechter abzugeben, und in Teutscher muttersprach etwas aufs papierzu werfen, mich zu unterfangen, veranlasset worden“.Dem Gedanken folgte gleich die Ausführung. Das Erstlingswerkvon Lohausens Feder war seiner Lieblingswissenschaft, der Mathematik,entnommen und führt den Titel: „Zusammenfassung Etlicher Geo-metrischer Aufgaben so durch die Rechenkunst allein aufzulösen, benebenstkurtzem Bericht von Zehend zahlen!). Es ist dem „durchlauchtigstenHochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn Johansen, Pfalzgraven beiRhein, in Bayern 2c.“ gewidmet; warum dies geschehen, sahen wirschon im ersten Abschnitte unserer Biographie. In der Vorrede ver-wahrt sich der Verfasser dagegen, daß er „wie die Aesopische Krähesamb mit anderer Leute feder sich schmücken wolle“, und führt an, daß„gegenwertiges Büchlein meist aus des vornehmen Rechenmeisters SimonJacobs aus Coburg großem rechenbuch genommen“. Unter den fünfBeweggründen zur Herausgabe — von denen der zweite: „daß diesachen für sich selbsten erlernens würdig“, gewiß nicht bestritten wird,heben wir noch den fünften hervor, „daß zu einem wercklein von demestungsbaw, welches ich unterhanden, die hierin begriffenen sachennicht undienlich, Solche aber daselbsten weitläuftig außzuführen un-reimblich sein würde“, weil daraus hervorgeht, daß Lohausen sich auchauf dem Felde der Festungsbaukunst versucht hat: das in Aussichtgestellte „wercklein“ scheint jedoch nicht zu Stande gekommen zu sein.Was nun den Inhalt des uns vorliegenden mathematischen Werkesbetrifft, so besteht derselbe aus dem „Eingange“, welcher meist Defini-tionen enthält, worin der Punkt als „Stipflein“, das Quadrat als„geschickte Vierung“ verdeutscht ist. Dann folgen die drei Haupt-Abtheilungen:1. Euthimetria oder der Linien und längen messung, mit 47 Auf-gaben, an deren Spitze der Pythagoras steht.2. Embadometria oder Planimetria, d. i. Flächen=Messung mit9 Aufgaben, von denen die 26.: „Eines umb ein statt oder schloßgeführten Grabens, dessen innerer oder äußerer umbkreiß einer gegeben,den andern zu finden“ und die 29.: „Wann ein zelt gegebener formund größe zu machen, wieviel zeugs darzu gehöre, zu finden“, directin die militärische Praxis eingreifen. Der 28. Aufgabe: „Allerhand