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Jahr 1466, in welchem nach v. Steinen unser Verfasser amLehen war, so ergiebt sich als seine mittlere Lebenszeiteben die Zeit um 1440 und als sein Wohnsitz mindestens seitdiesem Jahre bis zu seinem Ende, da ja einen späterenWechseldes Ortes das Lectorenverzeichnis wohl nicht unerwähntlassen würde, die Stadt Dortmund.
§. 2.Seine Chronik.
Auf das Drängen seiner Freunde schrieb Nederhoffhier seine Chronik (S. 1). Der Grund, dass man gradeihn zu einer wohlgeordneten Ausarbeitung vorliegender un-gesichteter Nachrichten über Dortmunds Vergangenheit (soverstehe ich das iuxta imperfectum colligere S. 1) ver-anlasste, war vielleicht seine anerkannte hohe Beredsamkeit,von welcher uns berichtet wird; möglicherweise auch seineschon ausgedehntere literarische Thätigkeit, auf deren Be-sonderheit uns Nederhoffs Erwähnung von seiner Abhand-lung über Karl den Grossen, seine Person und seine Thatenim heiligen Lande und in Spanien (S. 16) einen Bückschlusserlaubt.
Der Titel von unserem Werke lautet in den jüngerenHandschriften und im Lectorenverzeichnisse cronica Tre-moniensium; er muss, obgleich der Verfasser selber dieAusdrücke historia Tremoniensis opidi (1) und gestaTremoniensium (2, vgl. 30) gebraucht, als der glaub-hafteste erscheinen, da eine eigentliche Stadtgeschichtehöchstens nach dem ersten Drittel des Werkes (S. 30) be-ginnt und dem genaueren Titel historia Tr. op. das Ganzeschwieriger als jenem unbestimmteren untergeordnet werdenkann.
In der That würde man enttäuscht werden, wenn mannach dem Titel unserer Chronik nun von dem ältesten er-haltenen geschichtlichen Werkchen eine reiche Ausbeute fürdie Erforschung von Dortmunds Vergangenheit erwartete.