Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
517
Einzelbild herunterladen
 

517

Das Hauptausftellungsgebäude (Fig. 6lo 564 ) für die Induftrie-Erzeugniffe Frankreichs, eine ein-gefchoffige Anlage, beftand aus einer Anzahl an einander gereihter Hallen, welche zu beiden Seiten einer30 m weiten Mittelhalle rechtwinkelig abzweigten. Die Eifen-Conftruction der Decke ruhte auf eifernenFachwerkftützen. Die Erhellung erfolgte faft ausfchliefslich durch Deckenlicht.

In conftructiver Hinficht nimmt bei Weitem das Hauptintereffe die Mafchinenhalle (Fig. 611 u. 612 r>65 )in Anfpruch, die alle bisher ausgeführten Hallen an Weite des überfpannten Raumes bedeutend überragtund das kühnfte Werk der Ausftellung, den £iJ r e/-Thurm eingefchloffen, darflellt. Der ungeheuere Raumvon 115 m Weite und 420 m Länge wird durch Binder ohne Zugftangen überfpannt. Die riefigen Binderfind aus Stahl, die übrigen Bautheile aus Eifen hergeftellt.

Der Entwurf flammt von Dutert, die Berechnungen von Contamin, während die Ausführung, inzwei Theile getheilt, der Compagnie de Fives in Lille und der Societe des anciens etabliffements Call inParis übertragen war.

Fig. 610.

Hauptgebäude der Weltausstellung zu Paris i£^soo n. Gr.

Die beiden die Enden der Hufeifenfchenkel bildenden Hallen für die Künde (Fig. 613'

find

Bauten von 52 m freier Stützweite und 29 m Höhe. Die eifernen Binder ruhen beiderfeits auf Gelenk-bolzen und haben einen folchen auch im Scheitel.

Von grofsem Intereffe war die Behandlung des Eifens. In der x\ufsen-Architektur lagen die Eifen-theile der Binder an den Flügelbauten zum Theile frei zu Tage und waren hier mit einer zarten blauenFarbe übermalt. Am Mittelbau trat das Eifen nur ganz vereinzelt hervor; es war dort ganz unter Stuckverdeckt. Im Inneren dagegen wurde das Eifen rückfichtslos gezeigt; es flieg unvermittelt aus dem

564) Facf--Repr. nach ebenda!"., S. 440.r>ü5) Facf.-Repr. nach ebendaf., S. 466, 467.566) Facf.-Repr. nach ebendaf., S. 455.