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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Hauptfache einen einzigen Raum, welcher eine ganz beliebige Vertheilung und An-ordnung der auszuftellenden Gegenftände zuläiTt, während die Theilbauten aus einerAnzahl von felbftändigen Bautheilen beftehen, welche fich in mehr oder wenigerenger Zufammenfaffung zu einem Gebäude vereinigen.

Während die Erweiterungsfähigkeit der Einheitsbauten in der Regel auf derAnordnung von Galerien beruht, befteht fie bei den Theilbauten in der Benutzungder zwifchen den einzelnen Bautheilen befindlichen Höfe oder in der Erweiterungder einzelnen Theile in ihrer Längsrichtung.

Wie weit die verfchiedenen Syfteme den an die Gebäude zu Hellenden An-fprüchen genügen, foll bei Befprechung der einzelnen Beifpiele betrachtet werden.An diefer Stelle fei nur erwähnt, dafs fich die Benutzung von Galerien zu Aus-ftellungszwecken im Allgemeinen als ungünftig erwiefen hat. Die höher gelegenenTheile werden erfahrungsgemäfs vom Publicum nur feiten befucht, wodurch einegrofse Benachtheiligung eines Theiles der Ausfteller ftattfindet. Hierzu kommt,dafs die zahllofen, in den letzten Tagen eintreffenden Gegenftände bei der umftänd-licheren Beförderung nach den höher gelegenen Bautheilen leicht befchädigt werden.Es giebt dies nicht feiten zu Unzuträglichkeiten Anlafs. Aufserdem werden aber in denmit Deckenlicht verfehenen Gebäuden die unter den Galerien gelegenen Räume inihrer Beleuchtung befchränkt; auch werden die Durchblicke und damit die gefammteRaumwirkung wefentlich beeinträchtigt.

Zur Vermeidung einer im Aeufseren und im Inneren ermüdend wirkendenGleichmäfsigkeit der umfangreichen Gebäude ift es nothwendig, einige an hervor-ragender Stelle gelegene Bautheile durch räumliche Erweiterung und reichere Aus-bildung architektonifch zu betonen. Derartige Raumtheile eignen fich dann zugleichzur Abhaltung der Feierlichkeiten bei Eröffnung der Ausftellung und bei Verthei-lung der Preife.

Nebenräume für die Verwaltung, für die Mitglieder der Regierung, fo wie zuReftaurationszwecken find an geeigneten Stellen anzuordnen; Zahl und Gröfse der-felben richten fich nach den jeweiligen Verhältniffen.

Befonders wichtig ift eine zweckmäfsige Vertheilung einer möglichft grofsenAnzahl von Ein- und Ausgangsthoren.

Hei den Weltausftellungen zu London in den Jahren 1 85 1 und 1862, fo wie zu Paris in den Jahren1855 und 1867 führte der Mangel an Thoren in den letzten 14 Tagen vor Eröffnung der Ausftellung, inwelcher Zeit der grofste Theil der Gegenftände anlangte, zu grofsen Unzukömmlichkeiten; ja es kam vor,dafs Wagen und Waggons 6 bis 8 Tage und Nächte vor den Thoren des Ausftellungsgebäudes bis zumAbladen warten mufften.

39 1 - Während man die umfangreicheren Weltausftellungsgebäude mit Rückficht auf

die aufserordentlichen Abmeffungen, fo wie die gröfsere Eeuerficherheit in ihrenHaupttheilen ftets aus Eifen conftruirte, verwandte man für die Bauten der kleinerenAusftellungen bisher in der Regel die wefentlich billigeren Holz-Conftructionen.

Die Gefährlichkeit diefer Bauweife trat beim Brande des Gebäudes für dieHygiene-Ausftellung zu Berlin am 12. Mai 1882 klar zu Tage. Während gelegent-lich der Rheinifch-weflphälifchen Gewerbe- und Kunftausftellung 1880 ein günftigerWind das Feuer des brennenden Reftaurationsgebäudes vom Hauptausftellungsgebäudefern gehalten hatte, wurde in Berlin das ganze, eine Grundfläche von über HOOOqmbedeckende Gebäude mit dem gefammten Inhalte in der Zeit von 3 /i Stunden einRaub der Flammen. Dabei war das Feuer am Tage ausgebrochen; eine Feuer-