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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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einer gekrümmten Glasfläche hingegen wird es nur eine Linie, bezvv. nur einen Punktgeben, wo die Sonnenftrahlen möglichft fenkrecht auffallen; auf die übrigen Theilederfelben gelangen die Strahlen unter mehr oder weniger fpitzem Winkel. Aller-dings mufs zugegeben werden, dafs bei einer gekrümmten Glasfläche zu allen Jahres-zeiten Stellen vorhanden find, wo die Sonnenftrahlen eine thunlichft grofse Wirkuno-ausüben können.

Der gröfste Mifsftand gekrümmter Dachflächen ift darin zu fuchen, dafs währendder kalten Jahreszeit fich nur fchwer der genügende Schutz gegen die niedrigeAufsentemperatur anbringen läfft. Abnehmbare Doppelfenfter und Läden, wie fiezu folchem Zwecke bei ebenen Dachflächen angewendet werden, find entweder ganzausgefchloffen, oder es muffen ganz befondere, nicht gerade einfache und billigeVorkehrungen getroffen werden, um derartige Fenfter oder Läden auflegen zukönnen; Decken aus biegbarem Material (Wolle, Stroh, Rohr etc.) haben fich nichtbewährt; bei fphärifch geftalteten Glasflächen ift kaum eines diefer Mittel anwendbar.Hiernach empfehlen fich Pflanzenhäufer mit gekrümmten Glasflächen für kältereKlimate nur wenig; allein auch in weniger kalten Gegenden mufs der nöthige Schutzgegen die niedrigen Wintertemperaturen durch Anordnung einer doppelten BeglafunggefchafTen werden. In einem folchen Falle find zwei eiferne Conftructionsgerippe,in deren jedes eine Beglafung eingefetzt werden kann, über einander anzubringen.Durch eine folche zweite Glasdecke wird allerdings die Wirkung der Sonnenftrahlenabgefchwächt; zwifchen die beiden Glasflächen dringt der Staub ein; es entwickelnfich wohl auch kryptogamifche Gewächfe; Reinigung und Ausbefferungen find nichtleicht vorzunehmen etc.

Für den Abftand der beiden Glasflächen bei doppelter Beglafung ift das Mafsvon 12 cm a l s günftigftes ermittelt. Wird diefes Mafs um ein namhaftes überfchritten,fo tritt die Gefahr nahe, dafs Strömungen in der Luftfchicht entliehen und dannden Zweck des Ifolirens fraglich machen, da nur eine ruhige Luftfchicht als fchlechterWärmeleiter wirkt. Bei der Erbauung der Münchener Pflanzenhäufer hat man, inHinficht auf diefen Grundfatz, in der Längsrichtung zwifchen die Glaswände ver-bindende Streifen eingefchaltet und damit abgefchloffene Abtheilungen gebildet, umStrömungen innerhalb der ifolirenden Luftfchicht zu verhüten.

In Kew, Regentspark und anderen englifchen Königlichen Gärten hat man verfuchsweife das Dacheines Glashaufes aus wagrechten, ftufenartigen, doppelten Glasflächen beliehen laffen, welche einen Abftandvon 7,6 cm haben, wovon 5,i cm mit Waffer gefüllt find. Das Licht foll durch diefe dünne Wafferfchichtdurchdringen; im Winter fchützt fie indefs die Pflanzen gegen Frort, im Sommer gegen ftarke unmittel-bare Hitze. Selbfl wenn diefes Verfahren fich bewähren follte, fo ift es naturgemäfs nur in Gegendenmit mildem Klima anwendbar.

In neuerer Zeit hat man auch die von den Glashüttenwerken »Adlerhtitten« bei Penzig (in Schienen)erzeugten Glashohlfteine 497 ) zu gewölbten Decken über Pflanzenhäufern zufammengefügt, fo z. B. im Ge-wächshaus der Univerfität zu Lyon. Die in jedem Stein eingefchloffene Luft ifolirt gegen ziemlich be-deutende Temperaturunterfchiede ; der Bruch ift geringer, wie bei doppelten Dächern, und Strohmatten etc.find entbehrlich.

Sollen ebene Glasflächen zur Anwendung kommen, fo haben diefelben nichtimmer durchwegs gleiche Neigung; vielfach hat man auch gebrochene Glasflächenausgeführt, durch welche fich bei gefchickter Anordnung günftige Befchattung undgute Lüftung erzielen laffen. Solche Anlagen haben fich für Wintergärten und fürPalmenhäufer gut bewährt.

*97) Siehe über diefelben: Theil III, Band 2, Heft 3 (Abfchn. 2, C, Kap. 21, unter a).