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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Vielfach wird auch die unterfte Reihe der Glasfelder in der lothrechten Standfenfter-wand zum Oeffnen und Aufftellen eingerichtet. Bei doppelter Beglafung wird deräufsere Flügel durch eine am inneren Flügel befeftigte Schieberführung beim Oeffnenmitgenommen. Um Lüftung in der Höhe des Dachfirftes zu geben, bildet man ge-wöhnlich die Abdeckung der Rückmauer als Laufgang aus und verfieht letzterenmit einem eifernen Schutzgeländer. Das unterfte Feld der kleineren Satteldachfeitewird dann als Lüftungsfenfter benutzt, und es werden diefe Flügel von der Mauer-krone aus mit der Hand gehoben.

Bei Anlagen von fehr grofsen Abmeffungen dürfte diefe einfache natürlicheLüftung nicht genügen. So führt man z. B. in der grofsen gefchloffenen Pflanzen-hausgruppe im botanifchen Garten zu Kopenhagen durch ein Syftem von gemauertenCanälen die frifche Luft in die Mitte der Häufer ein, nachdem fie, nach Bedarf,zuvor in einer Kammer über der Feuerftelle erwärmt wurde. Die verbrauchte Luftwird mittels des durch das Rauchrohr erwärmten Saugfchlotes gleichfalls in Boden-Canälen abgefaugt.34 8 - Botaniker und Gärtner erkennen es an, dafs die Pflanze um fo beffer gedeiht,

je durchfichtiger der Glasfchutz ift. Man verfieht defshalb Kalthäufer im Allgemeinennur mit einer einfachen Verglafung; insbefondere kann dies von den kalten Cultur-häufern gefagt werden. Auch die fehr grofse Pflanzenhausgruppe in den Kew-Gärten bei London (flehe die Tafel bei S. 419) hat nur einen einfachen Glasfchutz.Bei Häufern von kleinem Querfchnitt ift es ohnehin ein Leichtes, den nöthigen Schutzgegen die nächtliche Kälte und gegen das Uebermafs von Sonnenlicht durch Ab-deckung zu geben, und es wird diefe Arbeit überall da nicht als eine Laft empfun-den, wo ein zahlreiches Hilfsperfonal zur Verfügung fteht, wie dies u. a. in dengrofsen Handelsgärtnereien der Fall ift. Für die Sommerbefchattung der Gewächfeforgt eine alte Gärtnerpraxis in einfacher, etwas roher Weife durch ein Beftreichender Glasflächen mit Kalkmilch.

Bei allen grofsen Warmhäufern, bei denen das Aufbringen von Schutzdeckennur mit Schwierigkeit ausführbar wäre, und auch bei warmen Culturhäufern, wirddagegen jetzt allenthalben einer doppelten Beglafung der Vorzug gegeben, einmalweil die zwifchen den beiden Glasdecken befindliche Luftfchicht zur Erhaltungder Hauswärme wefentlich beiträgt, und dann weil Niederfchläge an der innerenDachfläche — gute Conftruction vorausgefetzt — gar nicht oder doch nur in un-fchädlicher Weife auftreten. Die Bedienung doppelt beglaster Häufer ift viel ein-facher, weil das Auflegen von Deckenfchutz gegen die nächtliche Winterkälte inWegfall kommt. Die überflüffige Einwirkung des Sonnenlichtes im Sommer abervvird durch die doppelte Glasfläche gemildert; auch macht fich die ifolirende Luft-fchicht gegen ein Zuviel von Sonnen wärme in ähnlicher Weife vortheiljiaft gel-tend, wie gegen die Kälte.

Einen weiteren Vortheil bietet die doppelte Beglafung, indem Pflanzen von ver-fchiedenen Zonen in einer und derfelben Abtheilung gut unterzubringen find, weildie Wärmegrade der Luftfchichten in den verfchiedenen Höhen des Haufes beharr-licher find, und eben fo der Feuchtigkeitsgehalt.Wafl-er ^ as Wafferpf 1 anzenhaus bildet eine Eigenart unter den in Rede flehenden

pflanzenhäufer. Bauwerken nicht allein wegen des Wafferbeckens, in welchem hier cultivirt wird,fondern namentlich defshalb, weil faft ausfchliefslich nur Pflanzen der heifseftenLänder zur Aufzucht kommen. Im Winter wird daher der Betrieb meift gefchloffen,