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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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garethen-Stein find für den Bau verwendet. Der Sockel befteht aus Häuflein; die Mauerflächen find mitgemufterten rothen Ziegeln, die Lifenen mit gelben Ziegeln verblendet.

Das Mufee des Religions zu Paris ift ein der Gefchichte der Religionen gewid- 322.metes Mufeum, das nach feinem Stifter auch Mufee Guimet genannt wird. Derfelbe ^^hat feine zu diefem Zweck angelegte werthvolle Sammlung dem Staat überwiefenund mit deffen Hilfe ein befonderes Mufeumsgebäude hierfür am Jena-Platze zu Parisin der Nähe des Trocadero von Terrier 188689 erbauen laffen (Fig. 447 442 ).

Der Fabrikherr Guimet hat feine Sammlerthätigkeit damit begonnen, dafs er auf einer Reife inAegypten einige alte Götzenbilder erwarb und in feinem Haufe in Lyon aufftellen liefs. Auf diefe Reifefolgten andere, welche der mit tüchtigen archäologifchen Kenntniffen ausgerüftete Forfcher nun mit dembeftimmten Zweck unternahm, religiöfe Alterthümer zu fammeln. Zur Aufnahme derfelben muffte der Be-isitzer bald ein eigenes Gebäude herftellen laffen, und als diefes für die an Umfang und wiffenfchaftlicherBedeutung immer mehr zunehmende Sammlung zu klein wurde, war man darüber einig, dafs das Mufeumnur in Paris recht gewürdigt und benutzt werden könne. Der dafelbft errichtete Neubau ift im Wefent-lichen eine Nachbildung des von Chatron 1878 79 erbauten und in Fig. 447 abgebildeten Mufee Guimetzu Lyon. Das Mufeum ift in Form eines der Bauftelle angepaflten unregelmäfsigen Viereckes, deffen drei-gefchoffige Flügel einen fünfeckigen Binnenhof einfchliefsen, geplant. An der Ecke der am Jena-Platz infpitzem Winkel zufammentreffenden Strafsen erhebt fich ein viergefchoffiger, 30 m hoher Rundbau, in welchemdie Eingangshalle angeordnet ift. Die Haupttreppe liegt in derfelben Axe nach dem Hofe zu. DieferRundbau verbindet die eine gefchloffene Reihe von Sammlungsfälen bildenden Flügel, welche durch 4 Eck-vorlagen und durch eine ftärkere, an der 70 m langen Front der £oif/iere-Stra.{se angebrachte Mittelvorlageausgezeichnet find. Aufser den Galerien, welche hauptfächlich Bildwerke und Cultgegenftände der ver-fchiedenen Religionen der oftaiiatifchen Völkerfchaften, brahmanifche und buddhiftifche, chinefifche undjapanifche Alterthümer, eine ägyptifche, fo wie eine griechifch-römifche Sammlung enthalten, umfafft dasMufeum Arbeitsfäle für Gelehrte, Beamtenzimmer, einen Sitzungsfaal, Archivräume, fo wie eine grofseBibliothek heiliger Bücher und Handfchriften, welche das I. und II. Obergefchofs des Rundbaues einnehmen,endlich über der Bibliothek noch ein grofses Panorama. Zur Unterbringung und Kennzeichnung des letzterenwurde über dem Rundbau ein III. Obergefchofs angeordnet, das die Krönung deffelben bildet und voneiner offenen Pfeilerhalle umgeben ift. Der Binnenhof umfafft ein grofses Gewächshaus und ein weitesWafferbecken, in welchem Erd- und Wafferpflanzen, die eine religiöfe oder fymbolifche Bedeutung haben,gepflegt werden. Im Uebrigen ift die Gebäudeanlage im Einzelnen durch den Grundrifs in Fig. 448 unddie beigefügten Legenden vom Erdgefchofs und den Obergefchoffen verdeutlicht. Daraus erhellt die ver-fchiedenartige Beftimmung der Räume, die in fämmtlichen Stockwerken die gleiche Eintheilung haben.

Die Ausfchmückung der einzelnen Sammlungsfäle ift dem Stil desjenigen Landes entlehnt, in welchemdie Religion, deren Typen ausgeftellt find, herrfchte, bezw. herrfcht. Der Maler Regamcy, welcherGuimet auf feinen Reifen begleitete, hat die Räume mit Bildern von religiöfen Ceremonien, Prieftern, exo-tischen Landfchaften u. dergl. ausgeftattet.

Die äufsere Erfcheinung des Mufee des Religions zu Paris, welche, wie bereits erwähnt, mit der-jenigen des Mufee Guimet zu Lyon ziemlich genau übereinflimmt, ift in einfach ernften Formen, derenElemente der griechifch-römifchen Architektur entnommen find, durchgebildet. Die Fagaden find in Häu-flein ausgeführt.

Für das neue Mufeum hat die Stadt Paris den Bauplatz (4000 <l m im Werth von 1 Mill. Francs)hergegeben und das Minifterium der öffentlichen Arbeiten einen Betrag von ein Drittel der Baukoften, dieauf ungefähr 2 Mill. Francs veranfchlagt waren, gewährt. Die anderen zwei Drittel, fo wie alle fonftigenKoften, nämlich für die Ueberfiedelung der Sammlungen von Lyon nach Paris und für die ganze Ein-richtung des Neubaues u. f. w., hat der Stifter Guimet beftritten.

Literaturüber »Mufeen für befondere Zwecke«.

Ausführungen und Projecte.Albert memoria l mufeum, Exeter. Building news, Bd. 26, S. 103.Defign for an architechiral mufeum. Architect, Bd. 29, S. 371.Dupuis, A. Le nouveau ttiufee d'Aubuffon. La conßruction moderne, Jahrg. 1, S. 274.

Handbuch der Architektur. IV. 6, d. 2S