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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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vier von Genien gehaltene Schilde. Erfinder aller dieier echt decorativ und im vStil des Gebäudes ge-haltenen Sculpturen ifl Leffing.

Ihre höchfte künftlerifche Vollendung haben die Räumeder Ruhmeshalle durch Werke der hohenMalerei und Bildnerei erhalten. Die Feldherrnhallen fchmücken je 6 grofse Schlachtenbilder von Knackfufs,Simmler, Janfen, Roeber, Sic ff eck, Bleibtreu und Schuck, welche die Hauptmomente aus der Gefchichte derArmee darfteilen, ferner je 2 in den Wandnifchen angebrachte, fitzende allegorifche Figuren aus Marmorvon ScJiaper und Begas , fo wie 32 auf hermenartigen Poftamenten vor den Pfeilern aufgeteilte bronzeneKoloffalbüften der hervorragendften preufsifchen Heerführer, die unter der Oberleitung von Begas von ver-fchiedenen Bildhauern modellirt find. Die malerifche Ausftattung der Herrfcherhalle befleht aus demgrofsen, die Kuppelzone einnehmenden Gemälde eines idealen Triumphzuges, mit vier die Cardinaltugendendarfteilenden Gertalten in den Zwickeln und vier allegorifchen Gemälden in den grofsen Stirnflächen, allevon Gefelfchap, fo wie aus vier die Wandfelder füllenden hiftorifchen Bildern von Camphaufen, Bleibt reuund v. Werner. Den plaftifchen Schmuck des Raumes bilden: eine marmorne Victoria von ScJiaper, fowie 8 grofse vor den W T andpfeilern aufgehellte Bronze-Standbilder der preufsifchen Herrfcher vom GrofsenKurfürften bis auf Kaifer Wilhelm I. , von Encke, Brunow, Hilgers, Hundriefer und Schuler.

Die Veränderung, die der Bau im Aeufseren erhalten hat, befchränkt fich im Wefentlichen auf denKuppelaufbau. Derfelbe flellt fich im Aeufseren als eine die innere Kuppel umgebende, mit Kupfer ab-gedeckte Schutzkuppe] aus Eifen dar, die auf einem fteinernen Unterbau von 6 m Höhe über Hauptgefims-höhe ruht. Letzterer ifl in eintrieben Formen entfprechend der ganzen übrigen Architektur des Gebäudesgehalten, mit einer an den Ecken mit Trophäen gefchmückten Attika umgeben und ftört in keiner Weifedtn harmonifchen Eindruck der Gefammterfcheinung des Bauwerkes.

Das WafTenmufeum zu Wien bildet einen Theil des dortigen k. k. Artillerie-Arfenals und ifl: nach den Plänen und unter der Leitung F'örfiers & Hanferis (nachForßcr's Tode unter Hänfen allein) 184955 erbaut worden (Fig. 445 u . 446 I41 ).

Das Waffenmufeum befleht aus einem einreihigen Langbau von 235,o m Frontlänge auf 15, 2 m Breite,der ;m beiden Enden mit Querflügeln von 60,7 m Länge auf 20,s m Breite abgefchloffen und in der Mittedurch einen im Grundrifs quadratifchen Kuppelbau von 25,0 m Seitenlänge ausgezeichnet ifl. An letzterenfchliefst fich nach hinten das Treppenhaus an. Die Anlage des ganzen Gebäudes ifl eben fo, wie dieAnordnung feiner Sammlungen in beiden Gefchoffen eine fymmetrifche. Der im Mittelbau liegende Haupt-eingang führt im Erdgefehofs in die grofse Flurhalle (Fig. 445), die 12 Säulengruppen mit je vier Stand-bildern auf Poftamenten und 4 Säulengruppen mit je 1 Standbild, zufammen 52 Statuen der berühmteftenöfterreichifchen Kriegsfürften und Feldherrn enthält. Die Decke der Flurhalle fchmücken 6 allegorifcheGemälde Rahfs, welche Gefchichte, Taktik, Strategie, Muth und Klugheit, Macht und Einigkeit, Ruhmund Ehre darfteilen.

In den Flügelbauten find rechts Gefchütze und Gefchützmodelle, links die Muftergewehre aufgeftellt.Die beiden Querflügel dienen als Packraum und werden von je 2 Durchfahrten gekreuzt. Nebentreppenund Aufzüge find in den Ecken angeordnet. Von der Flurhalle aus gelangt man über die mit malerifchemund bildnerifchem Schmuck verfehene Haupttreppe in die 25,0 m hohe Ruhmeshalle, welche Siegestrophäenund die Waffenfammlung des üfterreichifchen Kaiferhaufes enthielt, bis diefelben 1888 in das KunfthiftorifcheHofmufeum übergeführt wurden. Fresken von Blaas, welche die Wand- und Gewölbeflächen der Ruhmeshallefchmücken, veranfehaulichen die Kämpfe, in denen jene Trophäen errungen wurden. Den ganzen übrigenTheil des Hauptgefchoffes (Fig. 446) nahm die grofse Gewehrfammlung ein, deren frühere Aufteilung zwifchenden fafl H,o weiten Fenfteraxen aus dem Grundrifs noch zu erfehen ifl. Jetzt bergen diefe Räume dasöllerreichifche Heeresmufeum, beftehend aus W 7 affen und Ausrüftungsgegenfländen des öfterreichifchen Heeresvom dreifsigjährigen Kriege bis zur Gegenwart. Kugelgewölbe zwifchen Gurtbogen, die auf ftark vor-fpringenden Strebepfeilern ruhen, überfpannen die Sammlungsfäle, die keinerlei künftlerifche Ausfchmückungzeigen. Die Höhe vom Fufsboden bis zum Gewölbefcheitel beträgt 11,8 m - Das Erdgefehofs ift mit Kreuz-gewölben überfpannt und im Mittelbau 7,2, in den Flügelbauten 7,9 m hoch.

Die Architektur des Waffenmufeums ifl in den Formen der romanifchen und maurifchen Bauweifendurchgebildet. Im Erdgefehofs find enge, zweitheilige Fenfter, im Ilauptgefchofs grofse viertheilige Fenfterund zwifchen diefen, in Uebereinftimmung mit den Strebepfeilern im Inneren, Lifenen im Aeufseren an-geordnet, welche im Rundbogenfries des Hauptgefimfes auslaufen; darüber erhebt fich ein ZinnenkranzJn ähnlicher, aber etwas reicherer Weife ifl der Mittelbau ausgeflaltet. Bildnerifcher Schmuck ift am Portalund an der Fenftergruppe darüber angebracht. Ziegel und Terracotten, fo wie Willersdorfer und Mar-

BelfpielVI.

-Hl) Nach: Allg. Bauz. 1864. Bl. 627 u. 636.