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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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künde zur dringenden Notwendigkeit wurde. Daffelbe liegt 37,oo m von der Strafsenfront abgerücktzwifchen den Gebäuden der Bergakademie und der geologifchen Landesanflalt einerfeits und der land-wirthfchaftlichen Hochfchule andererfeits und bildet mit diefen eine lang geflreckte Baugruppe von be-deutender Wirkung.

Bei der Anlage des Neubaues war der Gedanke mafsgebend, die Univerfitäts-Sammlungen nicht nurder Benutzung Seitens der Lehrenden zu überladen, fondern fie auch in weiterem Sinne dem Volke zu-gänglich zu machen. Dem gemäfs flehen fämmtliche Sammlungen und Inftitute des Mufeums, bis auf dieAbtheilung für lebende Pflanzenwelt 421 ), in dem Neubau in innerer Verbindung. Die vollftändigen undwohl geordneten Sammlungen für die Einzelforfchung und die Unterrichtsanftalten für Anleitung derStudirenden find in den beiden oberen Stockwerken untergebracht. Dem allgemeinen Bildungsbedürfnifsdagegen dienen die Schaufammlungen des Erdgefchofles, in welchem in folgerichtiger Vorführung diecharakteriftifchen Geftaltungen aus den Gebieten der Verfteinerungs-, Gefteins- und Thierkunde aufgeftelltfind. Das zoologifche Inflitut allein ift in einem Gebäudetheil gefondert von der thierkundlichen Schau-fammlung eingerichtet.

Die Trennung der Sammlungen nach zwei vollftändig verfchiedenen Baufy(lernen, das eine für dieSchaufammlung, das andere für die wiffenfchaftliche Hauptfammlung, war vor Beginn des Baues vomArchitekten geplant 422 ), aber nicht genehmigt worden. Es muffte vielmehr eine einheitliche Aufftellungaller Beftandtheile der Sammlung angeordnet und der Entwurf dem gemäfs völlig umgeftaltet werden.Erfl nach einem Perfonalwechfel in der Leitung der zoologifchen Abtheilung wurde diefe Trennung nach-träglich verlangt. Sie konnte indefs, da damals der Rohbau des Mufeums bereits fertig geftellt war, nurin unvollkommener Weife eingeführt werden.

Von dem 463,u a grofsen Grundftück der ehemaligen Eifengiefserei nimmt der Neubau des Mu-feums 20 071 ( l m ein. Der Bauplan zeigt zwei Haupttheile, einen Vorbau von 85,oo m Frontlänge auf faftquadratifcher Grundform und einen hieran anfchliefsenden, etwa 140,oo m langen Querbau mit 4 ungefähr37,oo m langen Flügelbauten. Zwifchen je zweien derfelben liegt ein 23,00 m breiter Hof. Der Vorbau ent-hält die mineralogifch-petrographifchen und die geologifch-paläontologifchen Sammlungen und Inftitute;der Querbau und die Flügelbauten find der zoologifchen Abtheilung zugewiefen. Den äufserften welt-lichen Flügel nimmt das zoologifche Inflitut ein.

Das Bauwerk hat aufser dem 3,50 m hohen Sockelgefchofs 3 weitere Gefchoffe von 5,30 bis 6,50 mHöhe. Ueber eine breite Freitreppe hinweg tritt der Befucher in die Eingangshalle und von da in einenlang geftreckten Flur; rechts und links führen Treppen zu den oberen Gefchoffen ; in der Mitte erhebtfich ein die Höhe zweier Stockwerke einnehmender, glasüberdeckter Lichthof von 23,00 m Breite und32,20 m Tiefe, der zur Aufftellung gröfserer Gegenftände beftimmt ift.

Die Schaufammlungen für fämmtliche Abtheilungen befinden fich im Erdgefchofs, die Hauptfamm-lungen für Paläontologie und Mineralogie im I. Obergefchofs. Die Arbeitsräume für die Studirendenwurden in das II. Obergefchofs gelegt. Dagegen nimmt die Hauptfammlung für Zoologie den Raum desQuerbaues und der Flügelbauten in den beiden oberen Stockwerken allein ein. Die Cuftoden- und Ver-waltungsräume find theils im öftlichen Eckbau des Querbaues, theils am Ende der Flügelbauten in allenGefchoffen über einander angeordnet. Im Anfchluss an das zoologifche Inflitut wurde für den Directordeffelben eine befondere Dienftwohnung in einem Anbau eingerichtet.

Die Architektur des quadratifchen Vorbaues kennzeichnet die Sammlungsfäle nach aufsen als Hallen-bauten. Sie wurde in Häuflein, die des Querbaues und der hinteren Flügel in Ziegeln ausgeführt. DieHauptfacade ifl durch eine dreiaxige, ftark vorfpringende Mittelvorlage in reicherer Weife ausgeflaltet.Die Hauptzier deffelben befteht in einer in helleniftifchen Formen durchgebildeten Säulenflellung imoberflen Gefchofs, über der eine hohe Attika den Abfchlufs bildet. Der mafsvolle, der Beftimmung desGebäudes angepaffte bildnerifche Schmuck trägt zur würdigen Erfcheinung des Bauwerkes bei.

Die innere Ausftattung ifl einfach. Mit Ausfchlufs des hölzernen Dachftuhles ifl das Gebäudefeuerficher mit Decken aus Eifen und Stein hergeftellt. Die Heizung erfolgt von einer Stelle, und zwarerhielten die Sammlungsräume eine Dampfheizung mit Standrohrfyflem, die Arbeits- und VerwaltungsräumeDampf-Warmwafferheizung. Die Aufftellung der Schränke, Pulte etc. gefchah unter möglichfter Rück-fichtnahme auf die Lichtverhältniffe der Räume und die Ausnutzbarkeit des vorhandenen Platzes.

Die eigentlichen Baukoften betrugen 3200000 Mark. Bei rund 8145 <l m bebauter Grundflächekommen auf 1 qm 394 Mark und bei rund 182 303 cbm Rauminhalt auf 1 cbm etwa 17,50 Mark. Für dieKoften der inneren Einrichtung find 970000 Mark vorgefehen.

421 ) Das botanifche Mufcum ift in einem eigenen Neubau untergebracht.

422 ) Siehe Fufsnote 398 (S. 343).