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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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und der erforderlichen Schrankreihen auf rund 9,o m beitimmte. Bei folcher Tiefe der Sammlungsfälehätte zur zweckentfprechenden Beleuchtung derfelben das durch Fenfteröffnungen einfallende Seitenlichtallein nicht hingereicht. Das den Mittelraum erhellende Deckenlicht muffte in ausgedehntem Mafs herbei-gezogen werden. i\us diefem Grunde ift, fo weit die Ausftellungsräume in Betracht kommen, von feftenTheilungen zwifchen denfelben und dem Mittelraum abgefehen worden. An deren Stelle find frei flehende,der Licht- und Raumerfparnifs wegen von Eifen hergeftellte Freiftützen angeordnet. Da ferner auch alleQuerfcheidungen in den Sammlungsräumen vermieden find, fo ftellt das Innere des Mufeums einen zu-fammenhängenden, durch Deckenlicht und grofse Fenfter vollkommen durchlichteten, hallenartigen Innen-raum dar, in welchem alle durch die Aufftellung und Eintheilung der Sammlungen nothwendigen Tren-nungen durch die Schaufchränke felbft hergeftellt find und je nach Belieben verändert werden können 416 ).

Die Eintheilung der Räume ift derart getroffen, dafs Haupttreppenhaus, Hörfäle, Arbeitszimmer etc.neben einander liegen, fo dafs die eigentlichen Ausftellungsräume eine ununterbrochene Reihe grofserSäle bilden. Die Gefammtanlage derfelben ift in Folge deffen fo überfichtlich, dafs das Publicum (ichfchnell darin zurechtfinden und das Auffichtsperfonal die Ueberwachung leicht ausüben kann.

Das Gebäude enthält aufser dem 3,5 m hohen Kellergefchofs 4 Stockwerke, und zwar das Erd-gefchofs mit 7,o m , ein Zwifchengefchofs mit 5,0 m Höhe und das Hauptgefchofs, das in 5,2 m feiner Höhedurch ein 4,6 m hohes Galeriegefchofs getheilt ift. Aufserdem find in fämmtlichen über dem Erdgefchofsgelegenen Stockwerken Galerien angeordnet, die um etwa 2,5 m über die Stützfäulen in das Innere desMittelraumes auskragen. Die in Fufsbodenhöhe des Hauptgefchoffes angebrachte Galerie ift durch zweiden Raum des Mittelfaales überfpannende Brücken verbunden. Zwei folcher Querverbindungen find auchim Galeriegefchofs angelegt, das fo genannt wird, weil es aus einzelnen, über den Sälen des Hauptgefchofiesangeordneten Galerien zufammengefetzt und mit einer entfprechenden Reihe von Deckenlichtern erhellt ift.Daffelbe ift daher zur Aufftellung feiner Gegenftände befonders geeignet und übermittelt durch Oeffnungenzwifchen den Galerien auch den darunter liegenden Sammlungsfälen Deckenlicht. Die Galerien findfämmtlich mit fchmiedeeifernen Geländern verfehen, deren breite Deckleiften zur Aufnahme von fchmalenSchaukaften beftimmt find. Da diefe Geländer eine Gefammtlänge von 702 m darftellen, fo wird durcheine folche Anordnung eine fehr erhebliche Schaufläche gewonnen.

In das Erdgefchofs des Mufeums führen zwei Eingangsthüren, die eine in den Mittelbau, vor derden Wallanlagen zugekehrten Oftfeite, die andere in die öftliche Vorlage der Nordfeite. Die erftere dientals Haupteingang für das das Mufeum befuchende Publicum. Von der dahinter liegenden Windfanghalleführen 6 Stufen zu der auf der Höhe des Saalfufsbodens befindlichen Haupteingangshalle, zu deren beidenSeiten die Haupttreppen und Kleiderablagen, fo wie die zugehörigen Nebenräume angereiht find. Durchgrofse Glasthüren betritt man nun den Mittelfaal.

Die zur Verwaltung und zu wiffenfchaftlichen Arbeiten beftimmten Zimmer, die Bibliothek etc., fowie zwei Hörfäle find an die Nord- und Oftfeite des Gebäudes gelegt, wo fie einen grofsen Theil desErdgefchoffes und des Zwifchengefchoffes einnehmen. Der eine der beiden Säle ift für ftreng wiffen-fchaftliche, der andere, gröfsere für öffentliche Vorträge beftimmt. Für den Befuch der Hörfäle wurdeder zweite, an der Nordfeite befindliche Eingang angelegt. Er dient zugleich dem Mufeums-Perfonal alsZugang zu den übrigen Räumlichkeiten, kann aber gegen das grofse Publicum leicht abgefperrt werden.

Der gröfsere Hörfaal ift amphitheatralifch angeordnet; er enthält auf 5 halbkreisförmig angelegtenReihen Sitzplätze für 130 Zuhörer. Der 5 Stufen über Bürgerfteighöhe liegende Eingang des Hörfaalesentfpricht der oberften Sitzreihe; der Platz des Vortragenden mit Pult und Experimentirtifch fteht aufKeller fufsbodenhöhe. Ein in unmittelbarer Nähe liegendes Vorbereitungszimmer ift mittels einer Treppemit den in den oberen Gefchoffen liegenden Arbeitszimmern und mit den Sammlungsräumen in Verbindunggefetzt. Ein durch alle Gefchoffe gehender, hydraulifch bewegter Aufzug von 250 k £ Tragfähigkeit er-möglicht es, aus jedem Theile des Gebäudes die für die Vorträge nothwendigen Sammlungsgegenftändeleicht in den Saal zu befördern. Unmittelbar hinter dem Platze des Vortragenden ift eine mit dem Auf-zug verbundene Klappe angeordnet, durch welche die herbeigefchafften Gegenftände ohne Weiteres inden Vortragsfaal genommen werden können. Diefer Hörfaal, der auch als Verfammlungsfaal benutzt wird,ift mit architektonifch ausgebildetem Wandfchmuck und einer reich caffettirten Decke verfehen. Derkleinere, an der Oftfront gelegene Hörfaal ift ohne amphitheatralifche Anordnung der Sitzreihen undgänzlich fchmucklos gehalten. Neben demfelben liegt ebenfalls ein Vorbereitungszimmer, welches auchzur Aufbewahrung von Modellen, Präparaten, Inftrumenten und anderen für die Vorträge beftimmtenLehrmitteln dient. j

±lfc) Diefe in den Plänen vorgefehene Anordnung der Schaufchränke ift in der wirklichen Einrichtung zu Ungunftender Beleuchtung theilweife verändert worden.