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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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337
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294-Entftehung

und

anderentheils dem Volke alle typifchen Schöpfungen der Natur in leicht fafslicher,fyftematifchcr Weife zu veranfehaulichen und einen Einblick in ihr Wefen zu ver-fchaffen.

Der Gedanke, die Sammlungen des ganzen Naturreiches in einem I laufe zuvereinigen, ift erft in neuerer Zeit und in annähernder Vollftändigkeit nur in wenigenOrten verwirklicht worden.

Die Mufeen für Naturkunde in Deutfchland und Oefterreich haben ihren Ur-fprung in dem Sammeleifer der Fürften, welche in ihren Schlöffern neben anderenSammlungen auch »Naturalien-Cabinete« anlegten. Diefe fcheinen Anfangs zum Entwicklung,gröfsten Theile aus Mineralien und Petrcfacten beftanden zu haben. Doch liefertenfie auch zum Theile den Grundftock zu den Sammlungen aus anderen Naturreichen.

In Dresden 366 ) gründete bereits in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts Kurfürft Augußvon Sachfen mit der Bibliothek auch die »Kunft- und Naturalienkammer«, deren verfchiedenartige Gegen-ftände in befunderen Abtheilungen und Räumen des Schloffes 38 ') aufgeftellt waren. Sie gelangten 1733in den Zwingerbau (Hebe Art. 129, S. 181), und nun wurde eine vollftändige Trennung der Kunftfachenund Curiofitäten von den naturwiffenfchaftlichen Gegenftänden vorgenommen. Das aus den letzteren ge-bildete Mineralien- und Naturalien-Cabinet füllte bald den ganzen Zwinger. Nachdem ein grofser Theilderfelben 1840 durch Brand zerftört, durch reiche Schenkungen und umfafiende Ankäufe aber rafchwieder ergänzt worden war, entftanden daraus zwei ganz felbftändige Sammlungen , das »MineralogifcheMufeum«- und das »Naturhiftorifche Mufeum«. Letzteres erhielt 1875, nach Ausfeheiden des botanifchenTheiles der Sammlung, welcher dem Polytechnikum überlauen wurde, die entfprechende Bezeichnung»Zoologifches Mufeum«. Mit demfelben ift ein anthropologifches Cabinet verbunden, das durch eineethnographifche Abtheilung erweitert worden ift. Diefe Sammlungen nehmen einen grofsen Theil desZwingers ein.

Die erfte Grundlage zum Naturhiftorifchen Hofmufeum in Wien 886 ) wurde 1748 gefchaffen, alsKaifer Franz 7. die berühmte Naturalien-Sammlung des Johann Ritter von Bai/Ion in Florenz, eine derhervorragendften jener Zeit, ankaufte und 1749 in feiner Hofburg im rechten Flügel des Hofbibliothek-Gebäudes 889 ) aufftellen liefs. Die rafche Vermehrung der Naturalien-Sammlung machte bald eine Erweite-rung ihrer Räumlichkeiten erforderlich, welche durch die Errichtung neuer Säle und deren Zuweifung1765, fodann 1791, befchafft wurde. Die Anlage einer eigentlichen zoologifchen Sammlung datirt aus1793, in welchem Jahre Kaifer Frans 11. eine Sammlung inländifcher Säugethiere und Vögel von JofephNatter ankaufte. Als fodann 1S03 die Gründung eines botanifchen Gartens ftattgefunden hatte, warenfortan die Erzeugniffe aller drei Naturreiche in der Sammlung vorhanden, die feit 1802 mit dem phyfikalifch-aftronomifchen Cabinet vereinigt, aber fchon 1S06 von diefem wieder getrennt wurde. Nach mehrfacherErweiterung der Räumlichkeiten, manchen Verfchiebungen des Inhaltes und Veränderungen in der Organi-fation wurde die naturhiftorifche Sammlung nach 185 1 in drei felbftändige Anftalten : das k. k. zoologifche,«las k. k. mineralogifche und das k. k. botanifche Cabinet zerlegt und erhielt endlich die jetzige Geftal-tung, welche feit 1876 in Rückficht auf den zu ihrer Aufnahme beftiminten Neubau, von dem nochin Art. 313 die Rede fein wird, angebahnt worden ift.

In Frankreich war es die Pflege der Pflanzenwelt, welche durch die Gründungvon botanifchen Gärten a!,fl ) die Entftehung des naturhiftorifchen Mufeums feinerHauptftadt, das zugleich eines der grofsartigften und reichhaltigften feiner Art ift,vorbereitete.

Heinrich IV. hatte fchon 1598 einen botanifchen Garten zu Montpellier anlegen laßen 881 ), undder dortigen medicinifchen Facultät gereichte diefer Garten zu besonderem Nutzen und Anfeilen. Diel'elbeVergünftigung für die Hauptftadt Baris erwirkte Guy de la Broffe von Ludwig XIII. durch ein königliches

3 «6) Vergl.: Die Bauten von Dresden. Dresden 1878. S. 174 li\

IS ') Aus dein altellcn Inventaiium von 1587 erfichtlich.

:lss ) Nach- HAUER, F. V. Allgemeiner Führer durch das k. k. naturhiftorifche Hofmufeum. Wien 1889. S. 15.

889) Siehe Art. 42 (S. 49)-

890) Siehe hierüber auch Theil IV, Halbband 6, Heft 2 (Abth. VI, Abfchn. 2, B, Kap. 6: Botanifche Inflitute) diefrs

Handbuches«.

801) Nach: Revue gilt, de l'arch. 1883, S. 17.

Handbuch der Architektur. IV. 6, d. 22