Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

159

Der Lefefaal wurde bereits in Art. 89 (S. 130) befchrieben und durch Sonderzeichnungen erläutert.Die Dampfwaflerheizung erftreckt Geh nur auf die Gefchäftsräume; die Bücherräume find nicht er-heizt 153 ). Bezitglich des Facadenfyftemes fei auf Fig. 80 (S. 71) verwiefen.

Abgefehen von den Befchränkungen, welche durch den Anfchlufs an die ältere Anlage entstandenhnd, ift die Gefammtanordnung für die Benutzung der Bibliothek, wie diefelbe nach Vollendung des ganzen-Baues ftattfinden wird, eine zweckmäfsige, wenn auch andererfeits die Trennung des Ausleihezimmers vonden übrigen Räumen der Verwaltung nicht empfohlen werden kann.

Die Univerfitäts- Bibliothek zu Leyden, welche 300000 Bände und5600 Handfchriften enthält, wurde unter Benutzung einer alten Kirche erbaut(Fig. 215 u. 216 152 ).

Für die Aufstellung der Bücher ift der gröfsere Theil des Kirchenraumes eingerichtet, an den fpäterein Anbau, gleichfalls für Bücheraufflellung, angefügt wurde; die Räume für das Publicum, für die Hand-schriften und für die Verwaltung find im vorderen neuen Querbau untergebracht. Eigenartig und fürkleinere Verhältniffe nachahmenswerth ift die Anordnung des Ausleihezimmers in Verbindung mit demLefefaal; der Beamte (g im Räume j) beforgt gleichzeitig das Ausleihegefchäft und die Aufficht über denLefefaal; diefer ift durch eine Glaswand vom Ausleihezimmer getrennt. In letzterem find an den Wändendie Kataloge und Nachfchlagewerke aufgestellt und die nöthigen Pulte und Tifche zum Zettelfchreibenvorgefehen.

Der Kirchenraum, aus dem die Gewölbe entfernt find, ift durch eine Balkenlage mit eiferner Unter-stützung in zwei Stockwerke getrennt; das untere hat Erhellung durch Seitenlicht (durch die alten Kirchen-fenfter); das obere Stockwerk, fo wie der Anbau find nur durch Dachlicht erhellt, letzterer in ungenügen-dem Mafse.

Das untere Stockwerk von 6,3 m Höhe ift durch eine hölzerne Galerie getheilt; das obere ift durch

einen durchbrochenen eifernen Zwifchenboden in zwei Büchergefchoffe zerlegt; eben fo ift der Anbau

durch drei folche Zwifchenboden in vier Büchergefchoffe gefchieden. Dafs hier die längs der Lichtfchlitze

angeordneten Schutzstangen zum ersten Male als Trittftangen ausgeführt worden find, wurde fchon in

Art. 68 (S. 95) mitgetheilt; fie liegen 27 cnl ober dem Fufsboden. An jeder lothrechten Zwifchenwand

der Büchergerüfte ift ein eiferner Griff angebracht, um fich beim Aufsteigen auf die Trittftangen daran

halten zu können.

Fig. 217.

116.Beifpiel

xn.

Univerfitäts-Bibliothek zu Wien. Erdgefchofs.Arch. : V. Ferßel.

153) Nach: Zeitfchr. d. Arch.- u. Ing.-Ver. zu Hannover 1887, S. 157, 205.