Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

*?7

Kupferwerke und für die v. Ponikatiiche Bibliothek auf rund -f 10 Grad C. geheizt. Gasbeleuchtung iftnur im Flur und Treppenhaus eingerichtet. Der Blitzableitungen ift fchon in Art. 104 (S. 142) gedachtworden 149 ).

Die gefammten Baukoften haben 375 000 Mark betragen, worin die Koften der inneren Einrichtung(286000 Mark), der Büchergerüfte (12300 Mark), der Nebenanlagen und der Bauleitung mit enthaltenfind. Die Baukoften im engeren Sinne beziffern hch bei 890 J( l m überbauter Grundfläche mit 321,30 Markfür 1 qm unc i bei 21 802 cbm Rauminhalt mit 13,10 Mark für 1 cbm.

Die Univerfitäts-Bibliothek zu Greifswald (Fig. 212 u. 213 150 ) wurde **4 ;188082 nach den Entwürfen von Gropius & Schmieden ausgeführt. x e

Diefeibe befteht aus einem 1,2 m über Terrain reichenden Kellergefchofs, einem Erd- und zweiObergefchoffen von bezw. 4,5, 5,0 und 4,0 m lichter Höhe. Wie der Querfchnitt in Fig. 93 (S. 86)zeigt, reicht das Büchermagazin durch alle Stockwerke; es nimmt im I. Obergefchofs 3 Axen ein, währendes fich im Erdgefchofs und II. Obergefchofs noch um eine Axe verbreitert. Es wird durch eine gewölbteDecke und 4 eiferne Zwifchenböden in 6 Büchergefchoffe von je 2,5 m Höhe getheilt. Die Büchergerüftefind in parallelen Reihen lothrecht über einander angeordnet und haben 2400 Q" 1 Anfichtsfläche; die ausdurchbrochenen o- u fseifernen Platten hergeftellten Zwifchenböden ruhen auf Längsträgern und Winkel-ftützen; letztere bilden mit ihren wagrechten und ihren diagonal geftellten Verbindungen in 2 m Entfernungparallele Querwände, welche zugleich als Rückwände für je zwei Büchergerüfte dienen.

Die fonftige Raumvertheilung im Erd- und I. Obergefchofs ift aus Fig. 212 u. 213 zu erfehen; dasim Erdgefchofs o- e le«-ene Archiv dient zur Aufbewahrung befonders werthvoller Handfchriften etc. ImII. Obergefchofs befinden fich neben dem Büchermagazin zwei Räume für Kupferftich- und Handfchriften-Sammlungen. Das Gebäude hat Feuerluftheizung erhalten.

Die Facade ift in Backftein-Rohbau mit an die Renaiffance fich anfchliefsenden Formen und beifparfamer Verwendung von Formfteinen in rother Farbe mit gelben Gliederungen und Gefimfen ausgeführt(fiehe das Facaden-Syftem in Fig. 82, S. 70- Die Decken find gewölbt; die frei tragende Haupttreppebefteht aus Granitftufen, und das Dach ift mit deutfchem Schiefer gedeckt.

Die Baukoften haben 217200 Mark betragen, was nach Abzug der Koften für die innere Einrich-tung (118 971 Mark), die Nebenanlagen und die Bauleitung bei 529<l m überbauter Grundfläche 224,80 Markfür lqm und bei 9792 cbm Rauminhalt 12,10 Mark für 1 cbm ergiebt.

Vom ökonomifchen Standpunkte aus können die Univerfitäts-Bibliotheken zuKiel, Halle und Greifswald als muftergiltig bezeichnet werden, da in denfelben eineweit gehende Raumausnutzung erreicht worden ift. Ob es aber zweckmäfsig gewefenift, alle Raumtheilungen dem durch die fparfame Raumausnutzung des Bücher-magazins bedingten Conftructionspn'ncip anzupaffen, obwohl die Verwaltungs- undLeferäume etc. gegenüber den Magazinsräumen ganz anderen Bedingungen zu ent-fprechen haben, wird durch die längere Benutzung der Gebäude erft zu beweifenfein. Namentlich fcheint es fraglich, ob die Erweiterung der genannten Gebäudeim Bedarfsfalle in zufriedenftellender Weife wird gelöst werden können.

Die Univerfitäts-Bibliothek zu Göttingen ift ein Erweiterungsbau ß ^s^einer älteren Anlage, welcher 187883 unter der Leitung Kor tum 's nur zum Theile xi*zur Ausführung gekommen ift. Der Grundrifs des I. Obergefchoffes in Fig. 2141*1)zeigt die Anordnung der Verwaltungs- und der Leferäume in Verbindung mit denBücherräumen- das darunter befindliche Gefchofs enthält Bücherräume und im Ge-bäudeflügel an der Prinzenftrafse einen kleinen Hörfaal, fo wie das Ausleihezimmer.Die Verwaltuno-sräume lind, mit Ausnahme des Ausleihezimmers, in der Mitte derganzen Anlage angeordnet worden.

Die Grundzüge der früher beftandenen Einrichtung mufften bei der Erweiterung berückfichtigt werden.Namentlich wurde auf einheitliche Gefchofshöhen Gewicht gelegt, fo dafs die im alten Gebäude vorhan-denen Stockwerkshöhen von 5,5 durchgeführt werden mufften. Ferner wurde verlangt, dafs die Be-

ns) Nach: Zeitfchr. f. Bauw. 1882, S. 33*.

150) Nach: Zeitfchr. f. Bauw. 1S81, Bl. 61 u. 188;, S. 135-

151) Nach: Zeitfchr. d. Arch.- u. Ing.-Ver. zu Hannover 1887, Bl. 9.