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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Diefes Gebäude bildet das Seitenftück zu der gleichfalls von v. Haufen herrührenden Akademie derWiflenfchaften 14r> ). Im Grundrifs gliedert fich daffelbe in einen Mittel- und zwei feitliche Bauten, derHöhe nach in ein Unter- und Obergefchofs; letzteres ift durch eine rampenartige Freitreppe erreichbar.Die feitlichen Bauten bilden, wie der bereits in Fig. 119 (S. 96) wiedergegebene Querfchnitt . derfelbenzeigt, durch Unter- und Obergefchofs hindurch je ein grofses Büchermagazin; fie flehen durch kurze Quer-bauten mit dem Mittelbau in Verbindung. Letzterer enthält im Untergefchofs die Wohnung des Pförtners,Magazine und anderen Zwecken dienende Räume; im Obergefchofs ift nach vorn die Eingangshalle gelegen,an welche fich der grofse Lefefaal anfchliefst; hinter letzterem befinden fich, in drei Gefchoffen vertheilt,die Zimmer für die Verwaltung und Lefezimmer für die Profefforen. Die vier kleinen Binnenhöfe dienenzur Erhellung der Büchermagazine der Querbauten und der Aborte.

Jedes Büchermagazin hat 5 Büchergefchoffe von je rund 2,5 m Höhe; die Büchergerüfte find ganzaus Eifen hergeftellt. Im Aeufseren bilden die 3 oberen Büchergefchoffe einen einheitlichen Aufbau mitgrofsen feitlichen Fenftern ohne Stockwerksuntertheilung.

Der Lefefaal, von dem bereits in Fig. 177 (S. 120) der Längenfchnitt mitgetheilt worden ift, be-fitzt einen Umfangsbau von jonifchen Säulen aus Marmor, hinter denen an den Umfaffungswänden Bücher-gerüfte und Büchergalerien fich befinden; der Saal wird ausfchliefslich durch Deckenlicht erhellt. DieCaffetten-Decke in Verbindung mit dem eifernen Dachftuhl ift polychrom behandelt. Auf den Bücher-gerüflen des Lefefaal es und in den beiden Büchermagazinen können 400000 Bände aufgeteilt werden.

Die in althellenifchem Stil gehaltene Facade, von der Fig. 86 (S. 74) ein Bild giebt, zeigt ineben fo fcharfer, wie künftlerifch gelungener Weife die vorhin erwähnte Dreitheilung des Baues. Giebelund Friefe haben bildnerifchen Schmuck erhalten. Der Unterbau ift aus einem fetten Kalkfinter aus derUmgebung von Athen und der Aufbau aus pentelifchem Marmor hergeftellt; die Quader find ohne allenMörtel verfetzt und die Fugen fein auf einander gefchliffen. Aufser den Thtiren ift kein Holz verwendet.

Der Bau war zu rund 2 Mill. Mark ( 2538441 Drachmen) veranfchlagt. Die Bedingungen,welche in Art. 46 (S. 64) für eine fachgemälse Raumvertheilung in einem Bibliothekgebäude aufgeftelltworden find, erfcheinen hier faft ausnahmslos erfüllt; nur die Scheidung der Bücherfammlung in zwei von

günftig 147 ).

2) Univerfitäts-Bibliotheken.Von den meiften wichtigeren Univerfitäts-Bibliotheken ift unter b bis d mehr-fach gefprochen worden ; über einige derfelben wird im Nachftehenden noch Näheresmitgetheilt. Bezüglich der Univerfitäts-Bibliothek zu Kiel fei auf Art. 46 (S. 64) u.

71 (S. 100), fo wie auf Fig. 87 (S. 78), jener zu Leipzig auf Art. 46 (S. 66), 50(S. 76) u. 89 (S. 129), derjenigen zu Amfterdam auf Art. 71 (S. 100), jener zu

v Kopenhagen auf Art. 44 (S. 59) und derjenigen zu Strafsburg auf Art. 66 (S. 91) u.

72 (S. 103) verwiefen.

" 3 !, Die Univerfitäts-Bibliothek zu Halle (Fig. 210 u. 211 U8 ), welche nach

Beifpiel . \ fc> / >

ix. v. Tiedemanri 's Entwürfen 1878 80 ausgeführt worden ift, gehört mit der im nachftfolgenden Artikel vorzuführenden Bibliothek der Univerfität zu Greifswald zu dengefchloffenen, im Grundrifs rechteckig geftalteten Anlagen (fiehe Art. 46, S. 64).

Diefes Gebäude ift an der Ecke der Friedrich- und Wilhelmftrafse gelegen; die Längsaxe ift vonWellen nach Often, parallel zur Wilhelmftrafse, gerichtet. Die Hauptbibliothek kann 500 bis 600000 Bändeaufnehmen.

Das Gebäude enthält ein Erdgefchofs und drei Obergefchoffe, von denen die beiden oberften ganzvom Büchermagazin eingenommen find. Die Vertheilung der Räume im Erd- und I. Obergefchofs ift ausden beiden Grundriffen in Fig. 210 u. 211 erfichtlich, und es war bei der Gefammtanlage die Rückfichtraafsgebend, dafs" dem Gebäude nach der Ollfeite die Erweiterungsfähigkeit gefichert {'ei. Eine Unter-kellerung des ganzen Gebäudes wurde nicht für nothwendig gehalten; diefelbe wurde nur in dem Umfangeausgeführt, a ] s zllr Anlage einer Sammelheizung erforderlich war. Zur Abhaltung der Feuchtigkeit wur<

ircfe,

U6 ) Siehe darüber Theil IV, Halbband 4 (Abth. IV, Abfchn. 5, Kap. 4, a: Gebäude für die Akademien der Wiflen-fchaften) diefes »Handbuches«.

UT ) Nach: Allg, Bauz. 1891, S. 7 .

^ 8 ) Nach: Wochbl. f. Arch. ... In*. 1880, S. 340.

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