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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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(S. 66) im Allgemeinen befprochen wurde, ift 187885 nach den Plänen v. Landauer 'serbaut worden.

Diefes Gebäude befteht aus Sockelgefchofs, Erdgefchofs und Obergefchofs. Im 3,7 m hohen Sockel-gefchofs find die Sammlungen der in Württemberg gefundenen römifchen Steindenkmäler (das fog. Lapi-darium) und der lithographifchen Steine der Landesvermeffung untergebracht, während das 5,o m hoheErdgefchofs vorerft die württembergifche Alterthumsfammlung aufgenommen hat. Das Obergefchofs,welches eine Gefammthöhe von 9,8 m hat, dient Bibliothekszwecken, und es bildet, wie an der eben er-wähnten Stelle bereits gefagt wurde, der vordere, 98 m lange und 29 m tiefe Langbau das Büchermagazin,während im rückwärtigen Mitteltlügel (von 35 m Länge und 32 m Tiefe) die Räume für das Publicumund die Verwaltung untergebracht find.

Der Haupteingang befindet fich an der Vorderfront des die Bücherfammlung enthaltenden Lang-baues; eine Freitreppe und eine Auffahrtsrampe führen zum Portal, durch welches man in eine grofseFlurhalle gelangt, von der aus links und rechts die Räume der Alterthumsfammlung etc. erreicht werdenkönnen. An die Flurhalle fchliefst fich ein breiter Mittelgang an, welcher zu der im rückwärtigen Flüge!gelegenen, einarmigen Prachttreppe führt, über welche Beamte und Befucher der Bibliothek in das Ober-gefchofs (Fig. 208) gelangen. In letzterem angekommen, befindet man fich in einer grofsen Vorhalle, vonder aus der Lefefaal, das Zeitfchriftenzimmer, der Handfchriftenraum, das Ausleihezimmer und die Ver-waltungsräume unmittelbar erreicht werden können.

Aus dem Ausleihezimmer führt eine in der Hauptaxe des Gebäudes gelegene Thür in das Treppen-haus des Büchermagazins und in derfelben Axe weiter eine Thür in den fchon äufserlich gekennzeichnetenPrunk- und Hauptfaal des Gebäudes, in welchem die Prachtwerke, Handfchriften und Incunabeln theils aufSchautifchen, theils auf Gerüften, die in drei Gefchoffen mittels Galerien zugänglich find (Fig. 207), auf-bewahrt werden. Auf der im eben erwähnten Treppenhaus angeordneten doppelten Treppe gelangt maneben fo auf diefe Galerien, wie auch in die 4 Büchergefchoffe der beiderfeitigen Büchermagazine; inletzteren find noch weitere 6 Lauftreppen angeordnet. Die beiden Eckrifalite zeigen die Erweiterungs-fähigkeit des Büchermagazins durch nach rückwärts zu führende Flügelbauten, durch welche der Magazins-bau die Hufeifenform erhalten wird (fiehe Fig. 70, S. 65).

Die Stellung der Büchergerüfte ift aus dem Grundrifs in Fig. 208 zu erfehen; im Laufgang zwifchenje zweien derfelben find fchmale Tifche aufgeftellt, auf denen die Bücher vor dem Einflellen aufgelegtwerden können. Die Conftruction der Gerüfte wurde in Art. 71 (S. 103) vorgeführt. Die fchon er-wähnte Treppenverbindung ift eine reichliche; aufserdem find mehrere Perfonenaufzüge angebracht. Die Er-wärmung der Bücherfäle mittels Dampfheizung ift zwar vorgefehen, vorerft aber nur die Rohrleitung verlegt.

Die Belegfähigkeit des Büchermagazins reicht bis unmittelbar unter die Dachfläche des durchausfeuerficher conftruirten eifernen Dachftuhles. Daffelbe nahm urfprünglich 300000 Bände auf; doch kannnahezu die doppelte Zahl aufgeftellt werden.

Die Decken zwifchen Erd- und Obergefchofs, eben fo diejenigen zwifchen Sockel- und Erdgefchofsbeliehen aus Betongewölben zwifchen eifernen Trägern, diejenigen zwifchen Obergefchofs und Dachbodenaus einem auf bombirtem Wellblech ruhenden Eftrich. Die durchgehenden Zwifchenböden der Bücher-gefchoffe find aus gefederten, 3,3 cm ftarken eichenen Riemen hergeftellt, die auf eifernen Walz-balken lagern.

Das Büchermagazin wird durch 31 grofse feitliche Fenfter von 4,10 m Breite und 9,66 m Höhe, fowie durch ein Dachlicht, welches der ganzen Länge nach über dem zwifchen den Büchergerüften befind-lichen Mittelgang angeordnet ift, erhellt.

Im Lefefaal flehen 3 lange Tifche, welche mit grünem Tuch überzogen, mit Tintenzeugen und vomBoden auffteigender Gasbeleuchtung verfehen find; der Raum ift mit einem Spiegelgewölbe und einer rothund blau gefärbten, caffettirten und reich verzierten Decke abgefchloffen. Ein mächtiger, offener Bücher-fchrank enthält die den Lefern zur freien Verfügung geftellte Literatur. In dem an den Lefefaal ftofsen-den Zeitfchriftenzimmer ill ein Gerüft mit einer grofsen Zahl von Gefachen aufgeftellt, welches 600 Zeit-fchriften etc. beherbergt, die auf Verlangen in den Lefefaal abgegeben werden.

Im Verwaltungsgebäude find fämmtliche Decken aus Betonplatten zwifchen Eifenträgern hergeftellt;in der Vorhalle und den Flurgängen ift Terrazzoboden ausgeführt. Alle Räume werden durch Mantel-öfen geheizt.

Die Umfaffungsmauern find zum gröfsten Theile aus Quadern hergeftellt. Für den Unterbau wurderother (Maulbronner) Häuflein verwendet, während für das Obergefchofs grünlicher Keuperfandftein ge-nommen wurde. Das Facadenfyflem wurde in Fig. 85 (S. 72) mitgetheilt. Reicher bildnerifcher Schmuckziert die Vorderfront.