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Die Anordnung des grofsen Lefefaales in der Mitte der Gefammtanlage, entfernt vom Strafsen-geräufch, fo wie in möglichfler Nähe der Bücherräume, ift als zweckmäfsig zu erkennen. Obwohl derLefeiaal erft 1867 vollendet wurde, fo entfprechen feine Gröfsenverhältniffe fchon lange nicht mehr demBedürfnifs 141 ). Es ift defshalb geplant, auf dem mit Magazinen bisher noch nicht befetzten Theile desGrundftückes (Ecke der rue Colbert und nie Vivienne) einen Lefefaal von gröfseren Abmeffungen zu er-richten und die zur Zeit proviforifch untergebrachten Verwaltüngsräume in einem mittleren Verbindungs-flüge] einzurichten.
Die Grofsherzogl. Hof- und Landesbibliothek zu Karlsruhe bildeteinen Theil des 1865—73 nach den Entwürfen Berckmüllers ausgeführten Ge-bäudes für die Vereinigten Grofsherzogl. Sammlungen, von dem noch unter B (inKap. 8) die Rede fein wird, und ift in den oberen Gefchoffen deffelben untergebracht;defshalb muffte fich ihre Grundrifsanlage der Gefammtanordnung jenes Bauwerkesunterordnen (Fig. 202 u. 203). Sie umfafft 140000 Bände.
Das Gebäude weist eine zur Hauptaxe fymmetrifch geftaltete Hufeifenform auf. Wegen derUnterbringung der Sammlungsgegenftände des Mufeums, der Alterthumshalle und des Naturalien-Cabinets
im Erdgefchofs wurden die grofsen Axenweiten
Fig. 203.
der Fenfter bedingt, welche für die Bibliotheknicht nothwendig gewefen wären. Die Vertheilungder Räume ift aus dem Grundrifs in Fig. 202 140 )erfichtlich. Weftlich von der Haupttreppe liegteine gewölbte Nebentreppe als feuerficherer Zu-gang zu den Aufbewahrungsorten der werthvoll-ften Handfchriften. Die Verwaltungsräume, Aus-leihe- und Lefezimmer find im rückwärtigen Theiledes Mittelbaues getrennt von den Bücherräumenuntergebracht; doch flehen erftere in unmittelbarerVerbindung unter einander. Diefelben find mitGasleitung, fo wie mit einer vereinigten Dampf-und Wafferheizung verfehen; die Bücherräume findnicht geheizt.
Der Fufsboden der Bücherräume ruht inden Zwifchenbauten und Pavillons auf fteinernenSäulen und hat Holzgebälke; der Fufsboden desKuppelfaales hingegen ift unterwölbt. Die rechtsund links davon angeordneten Handfchriftenräumehaben feuerfefte Böden und Decken. Auf denSäulen und fonftigen Freiftützen des Erdgefchoffesfind eiferne Säulen aufgefetzt, welche das Decken-gewölbe tragen (Fig. 203); vom Fufsboden bis zuden Kämpfern der Gewölbe beträgt die Höhe 7,8 m.Für die Aufftellung der Bücher ift die ganze Höhe ausgenutzt. Die lothrechten hölzernen Scheide-wände der Büchergerüfte gehen in einer Höhe vom Fufsboden bis zu den Gewölbekämpfern durch.2,7 und 5, 31 m über dem Fufsboden find im Mittelbau Galerien, in den eigentlichen Bücherräumen durchl-aufende Zwifchenböden angebracht, durch welche der Raum in 3 Büchergefchoffe zerlegt wird. Die Ge-rüfte jedes Büchergefchoffes haben (einfchl. Sockel und Gefimfe) 2,49 ™ Höhe, und die Bücher könnener all ohne Anwendung von Leitern erreicht werden.
Der Kuppelfaal ift durch feitliche Fenfter und durch ein Deckenlicht erhellt; die übrigen Räumeha ben nur Seitenlicht erhalten. Die Beleuchtung genügt; nur an den Ecken, wo die Flügelbauten mitden Pavillons zufammenftofsen, wäre eine ausreichendere Erhellung erwünfcht. Durch die grofse Axen-weite der Fenfter war auch eine grofse Axenweite der Büchergerüfte bedingt; in Folge deffen ift es mög-llc h, in den Zwifchenräumen zwifchen je zwei Gerüften Tifche und Stühle aufzuftellen, fo wie bibliothe-k *rifche Arbeiten vorzunehmen.
Querfchnitt zu Fig. 202.
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Beifpiel
V.
Ul ) Im Jahre 1868 wurde diefer Saal von 24000 Perfoneu benutzt; bereits im Jahre 1883 war die Zahl der Befucher70000 geftiegen.