132
Fig. 194.
Lefefaal der Univerfitäts-Bibliothek zu Halle 128 ).Arch. : v. Tiedemann.
I. Obergefchofs.
90.Heizung.
91.
Sonftige
gefundheitliche
Anforderungen.
In demfelben flehen 5 Lefetifche von fchwarz gebeiztem Eichenholz, je 5,00 m lang und 1,25 m breit;fie ruhen auf je 8 ftarken, gedrehten Füfsen. Im Abfland von 17 cm unter der 5 cm Marken Tifchplatteift eine fchwächere Platte zum Aufbewahren der Kopfbedeckungen der Lefenden angebracht. Jeder Tifchbietet 10 Arbeitsplätze dar. Einer der Tifche ift für die Benutzung werthvoller Kupferwerke beftimmt;auf demfelben befinden fich keine Tintenfäffer; doch flehen darauf kleine Auffatzpulte, auf denen fich diemeift grofsen Formate leichter handhaben laffen. Die Stühle find gleichfalls aus fchwarz gebeiztem Eichen-holz angefertigt und mit gelb polirten, amerikanifchen Fournierplatten in Sitz und Rücklehne belegt.
Die lange Wand zu beiden Seiten des Einganges ift mit Büchergerüften aus braun gebeiztem Eichen-holz befetzt, welche die Handbibliothek, beftehend aus Wörterbüchern, Encyclopädien und fonftigen Nach-fchlagewerken, aufnehmen. Am Mittelpfeiler der füdlichen Fenfterwand ift das Arbeitspult des die Auf-ficht führenden Beamten angeordnet, zu deffen beiden Seiten fich Tifche zum vorläufigen Niederlegen dervon den Lefenden zurückgelieferten Bücher befinden. Der Fufsboden ift aus Eichenriemen gebildet,welche in Afphalt auf einer Unterlage von Ziegelpflafter verlegt wurden; der Gang zwifchen den Lefe-tifchen und der Handbibliothek, der hauptfächlich für den Verkehr beftimmt ift, ift mit einem Kork-teppich belegt.
Es wird von der Heizung der Räumlichkeiten einer Bibliothek noch in Art. 103die Rede fein. An diefer Stelle fei nur hervorgehoben, dafs jeder Lefefaal, wenner zur Winterszeit benutzt werden foll, mit einer ausreichenden Heizeinrichtung zuverfehen ift; Sammelheizungen, mit denen die Lüftungsanlagen verbunden find, finddie vortheilhafteften.
Die Heizung des Lefefaales in der Bibliotheque yiationale zu Paris gefchieht mittels erwärmter Luft,welche durch 24 W 7 andöffnungen in der oberen Galerie zugeführt wird. Zur Luftanfeuchtung dienen grofse,urnenartige W 7 afferbecken, welche in den Bogennifchen des Saales aufgeftellt find.
Im Lefefaal der Bibliothek des Britifh Mufeuj?i zu London ift gleichfalls eine Feuerluftheizung ein-gerichtet. Die warme Luft wird mittels Druck unterhalb des Fufsbodens dem Saale in Canälen zugeführt,welche, der Stellung der Tifche entfprechend, ftrahlenförmig innerhalb des fteinernen Fufsbodens aus-gespart find; fie tritt feitlich durch mit Draht vergitterte Oeffinungen, welche in den Fufsgeftellen der Lefe-tifche angebracht find, aus. In gleicher Weife erfolgt die Luftzuführung durch die in der Mitte auf-gefchlitzten Katalogtifche. In dem mehr als 32,oo m hohen Raum fteigt die Luft zu rafch empor, fo dafsdas Gefühl von Zug empfunden wird; auch leiden die auf der oberen Galerie aufgestellten Bücher durchdie unmittelbar nach oben aufsteigende Warmluft in hohem Grade.
In einigen Fällen hat man unter den Lefetifchen Heizrohre angebracht, aufwelche die Lefer die Füfse aufftellen können; indefs wird eine folche Einrichtungvom Publicum unangenehm empfunden; auch entfteht durch die Erwärmung desSchuhwerkes unangenehmer Geruch.
Es genügt nicht, einen Lefefaal fo zu geftalten und einzurichten, dafs er denaus feinem Zweck entfpringenden und den technifchen Bedingungen entfpricht, fondern