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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Karten-

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hitze zu fchützen und unter Verfchlufs zu halten find, dafs ferner zu deren Ordnenund Befichtigen genügend grofse Tifchplätze in unmittelbarer Nähe der fchrank-artigen Gerüfte, in denen fie aufbewahrt werden, vorhanden fein'muffen.

Von letzterem Gefichtspunkte aus ergiebt fich eine andere Raum- und Axen-theilung des betreffenden Gebäudetheiles, welche von derjenigen eines Büchermagazinsabweicht. In grofsen Bibliotheken, z. B. in denjenigen des Briiifh Mufeum zuLondon und in der Bibliotheque nationale zu Paris, bilden die Karten- und Kupfer-ftichfammlungen befondere Abtheilungen der Bibliothek, welche unter eigenen Ver-waltungsbeamten flehen. In kleineren Bibliotheken werden fie in der Regel, wegenihres geringeren Umfanges, in Einzelzimmern untergebracht.

In manchen Bibliotheken hat man für Prachtwerke, für Seltenheiten von be-fonderem gefchichtlichem oder künftlerifchem Werth etc. einen befonderen Aus-fhellungsfaal gefchaffen, dem dann auch im Grundrifs eine bevorzugte Lage gegebenworden ift.

So wurde beim Neubau der Herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel (fiehe Fig. 72, S. 66) zumAuslegen der Kunftfchätze ein Ausftellungsfaal vorgefehen, der durch £rd- und Obergefchofs hindurch-reicht. Er ift in der Hauptaxe des Gebäudes angeordnet und feitlich durch grofse Oeffnungen mit denBücherfälen in unmittelbaren Zufammenhang gebracht.

Die König!, öffentliche Bibliothek zu Stuttgart (fiehe Art. 46, S. 66) enthält einen Prunk- undCentralfaal, in welchem die Prachtwerke, Handfchriften, Incunabeln etc. theils auf Schautifchen, theils aufGerüften, die mittels Galerien in drei Gefchoffen zugänglich find, aufbewahrt werden. Diefer Saal iftim Aeufseren durch den mächtigen, attikagekrönten Mittelrifalit gekennzeichnet.

In noch anderen Bibliotheken hat man für befonders werthvolle Sammlungs-gegenftände (Kleinodien etc.) eine fog. Schatzkammer vorgefehen, welche befondersfeuerficher conilruirt wird.

Die zum Aufbewahren der Karten und Kupferftiche dienenden Schränke findfaft flets mit Schiebladeneinrichtuna; verfehen. Dabei ift vor Allem auf die be-

Kupfeifiich- fonders gute Dichtung der Thüren und Klappen der Schiebladen zu achten. Filz-dichtung ift wegen der damit verbundenen Mottengefahr zu verwerfen; die Dichtungmit Gummiröhren wird häufig angewendet; doch ift, da Gummi bald brüchig wird,ein öfteres Erneuern nothwendig. Die Schiebladen felbft werden mit oder ohneZwifchenboden ausgeführt. Hat eine Lade befonders fchwere Laften aufzunehmen,fo verftärkt man ihren Unterboden in geeigneter Weife durch Eifenftäbe. Um dieSchiebladen bequem einräumen und ihren Inhalt leicht überwachen zu können,empfiehlt es fich , .diefelben an den vorderen Theilen mittels Gelenkbändern und

Fig. 139. Fig. 140.

Fig. 141.

Fig. 142.

1 lü n. Gr. ^40 n - Gr.

Karten- und Kupferftichfchränke in der Bibliothek des Britifh Mufeum zu London 10S ).

W8) Nach: Deutfches Bauhandbuch. Band IT, Thefl 2. Berlin 1884. S. 599.