Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

3i

Das Archivgebäude erhebt fich auf einer Fläche von 85,oo m Länge und 18,55 m Breite (1576,75 qmGrundfläche); im Programm wurden 24000<l m Wandfläche für die Archivalien verlangt. Das Wohnhausift 26,17 m lang und 15,io breit.

Das Archivo-ebäude liegt im Süden an der Strafse und ift von der Einfriedigungsmauer im Often8 so m im Werten 10,oo m und im Norden 37, öo m entfernt. Ein auf dem Grundftück erbautes Wafchhausift von der einen Ecke des Archivgebäudes 23,oo und von der anderen Ecke 35,oo entfernt. Das Grund-ftück ift mit Gartenanlagen verfehen, in denen Abzugsrohre mit Verfitzgruben angeordnet find, um dieFeuchtigkeit von den Gebäuden möglichft fern zu halten. Aus demfelben Grunde haben fämmtlicheGrundmauern eine Afphalt-Ifolirfchicht erhalten. Das ganze Gebäude ift unterkellert.

Durch das Portal tritt man in eine reich ausgeflattete Halle; zwei Syenitfäulen ftützen die fechsKreuzgewölbe; Wandrlächen und Pilafter find von Stuckmarmor. Doppelthüren, die äufseren von ftarkemEifenblech, die inneren von Holz, führen nach beiden Seiten in die Archivfäle. Im Hintergrunde erreichtman die fteinerne Treppe, unter der man in gerader Richtung durch den Verbindungsgang nach demWohnhaus gelangt. Das mit einem caffettirten Tonnengewölbe nach oben abgefchloffene Treppenhausift der Halle entfprechend decorirt, eben fo der über der Halle gelegene Empfangsfaal im I. Obergefchofs,der aufserdem mit acht grofsen, in Oel gemalten Fürftenbildern gefchmückt werden foll.

Die Grundriffe der beiden Gefchoffe in Fig. 30 u. 31 zeigen ganz gleiche Anordnung: an denEcken jeweils einen durch je drei Fenfter von Nord und Süd erhellten Saal von ll,5o m Breite und 18,00 mLänge und zwifchen der Halle und den Eckfälen unten und zwifchen dem Empfangsfaal und den Eckfälenoben auf der einen Seite je vier kleinere einfenftrige (5,00 )< 8,00 m ) und zwei gröfsere zweifenftrige(8,00 X 10,80 m ), auf der anderen Seite je acht kleinere einfenftrige (0,00 X 8,00 m ) Säle. Von Nordnach Süd find diefe Raumgruppen je durch zwei Durchgänge verbunden; der Luftdurchzug wird durchgrofse runde Oeflnungen oben in den Wänden gegenüber den Fenftern hergeftellt. Die Fenfter habeneine unbewegliche Vergitterung erhalten.

Der Dachftuhl ift von Holz und das Dach mit Schiefer eingedeckt. Ueber den Eckfälen find mitEifen verftärkte Hängewerke in Holz zur Ausführung gekommen. Zum Fufsboden der Archivfäle ift imErdgefchofs Cement, im Obergefchofs find tannene und im Empfangsfaal eichene Riemen gewählt worden.Gegen Feuersgefahr ift durch die Zuführung der ftädtifchen W 7 afferleitung Vorforge getroffen und für dietelegraphifche Verbindung mit der ftädtifchen Feuerwache geforgt.

In den Archivfälen dehnen fich an den Wänden die i\ctengerüfte aus; in der Mitte ftehen die Ur-kundenfchreine, die, zu fechs oder acht zufammengefchoben, ein gutes Auflager für die von den Actengerüftengenommenen Acten bilden. Die Zahl der verfchliefsbaren, leicht aus einander zu nehmenden und trag-baren Schreine beträgt 336; über die Einrichtung derfelben wurde bereits in Art. 20 (S. 21) das Erforder-liche getagt. Leitern und Treppenftühle ermöglichen, die oberen Gefache der Actengerüfte zu er-reichen.

Im Erdgefchofs ift der nach Often gelegene Eckfaal mit befonderer Sorgfalt auf Fertigkeit hergeftelltworden. Durch zwei Eifenthüren in den Brandmauern von den anftofsenden Räumen nochmals befondersabgefchloffen, erfcheint diefer Saal mit feinen fechs Granitfäulen und Kugelgewölben als ficherfter undvornehmfter Aufbewahrungsort der koftbaren Urkunden. Pulte mit Glasdecken ftehen zwifchen den Säulenund zeigen feltene Codices mit ihren Bildwerken, und an den Wänden reihen fich Schreine und Gertellemit werthvollen Schriftrtücken an einander, während die Wandflächen mit Geleitsfchwertern, Amts- undKalendertafeln und ähnlichen Dingen gefchmückt find.

Die kleinen Räume zu beiden Seiten des Treppenhaufes im oberen und unteren Gefchofs dienenzum Aufbewahren von Kirten und Geräthfchaften, fo wie zum Aufrtellen von Büchern, Zeitfchriften, foweit diefelben in den Gefchäftszimmern nicht gebraucht werden. Der Verbindungsgang kann durch zweigrofse Rollläden zum Durchfahren geöffnet werden.

Im Wohnhaufe befinden fich im Erdgefchofs drei Gefchäftszimmer, die Wohnung des Archiv-Secretärs(drei kleine Zimmer mit Kammer, Küche und Magdkammer), fo wie die Wohnung des Archivdieners (einZimmer mit Kammer und Küche); das ganze Obergefchofs wird von der Wohnung des Vorftandes eingenommen.

Die Baukoften haben, einfchl. Bauplatz (ca. 50 000 Mark), innerer Einrichtung und Ueberfiedelun<r,nahezu 430000 Mark betragen.

Das ftädtifche Archiv in Frankfurt a. M. befindet fich im I. Obergefchofs einesin den Jahren 187477, nach den Plänen Denzingers und unter deffen Leitung,ausgeführten Neubaues, der im Erdgefchofs die Sammlung ftädtifcher Kunft- und Frankfurt a . m.Alterthumsgegenftände aufzunehmen hatte.

Stadtarchiv