28
während mit der befonderen Leitung Rattey betraut wurde. Bei der ganzen Baugruppe ift die feuerfichereConftruction der Treppen und Decken durchgeführt; die letzteren werden theilweife maffiv gewölbt, theil-weife durch Gewölbe zwifchen eifernen Trägern ausgeführt. Die Dachftühle werden ganz in Schmiede-eifen hergeflellt, und es erhalten fowohl die Satteldächer des Archivgebäudes und des Verbindungsbaues,als auch das Zeltdach des Gefchäftshaufes eine Eindeckung mit deutfchen Schiefern.
Das eigentliche Archivgebäude (für 1670 °l m Actengerüftflächen) erhebt fich über einem 3,oo mhohen Kellergefchofs mit 2,24 m hohem Sockel auf einer Grundfläche von 22,28 m Länge und 12,68 mBreite. Fünf niedrige Gefchoffe, deren Höhen vom Erdgefchofs an gerechnet 2,30, 2,40, 2,32, 2,32 und3,16 m betragen, dienen zur Unterbringung der Archivalien.
Bei einer Axenweite der Fenfter von annähernd 2,15 m find die in Eifen conflruirten Doppel-gerüfte, welche in den beiden unteren, bezw. in den drei oberen Gefchoffen der Höhe nach durch-greifen, nur auf die Pfeiler gerichtet. Ein 2,oo m breiter Mittelflur mit Kreuzgewölben auf Steinpfeilern,welche einestheils der Breitenabmeffung der Doppelgerüfle entfprechen, theilt den ganzen Raum in derLängsrichtung des Gebäudes, und derfelbe erhält mittels grofser, durch Mittelgewände getheilter Fenfter inden beiden Giebelmauern fein Licht.
Die Länge der Actengerüfte beträgt nach dem Plane 4,40 m , und die in der Höhe der Fufsbödendes L, III. und IV. Gefchoffes vom Mittelflur aus zugänglichen Abtheilungen haben zwifchen eifernenTrägern gewölbte Decken erhalten. Die Laufgänge diefer Abtheilungen find zum Theile aus gufseifernendurchbrochenen Platten, zum Theile aus 7I/^;/?Vr-Maffe hergeflellt worden. Eine in der Queraxe des Ge-bäudes vom Eingang des Verbindungsbaues unmittelbar erreichbare einläufige, in Eifen conftruirte Treppeftellt den Verkehr zwifchen den einzelnen Gefchoffen her.
Eine Warmwafferheizung ift durch Anlage eines angemeffenen Schornfteines und die entfprechendeVorkehrung im Kellergefchofs des Gefchäftshaufes vorgefehen worden; die Ausführung diefer Heizanlagefoll jedoch erft fpäter bei eintretendem Bedarf bewerkftelligt werden.
Das Gefchäftshaus enthält auf einer Grundfläche von 13,78 >< 14,78 m ein 2,60 m hohes Keller-gefchofs, und über einem 1,24 m hohen Sockel find ein 3,3i m hohes Erdgefchofs, fo wie ein 4,70 m hohesObergefchofs angeordnet. Im Erdgefchofs find die Wohnung des Archivdieners, fo wie das Botenzimmeruntergebracht, während fich im Obergefchofs die Gefchäftsräume und das Lefezimmer für die Beamtenbefinden.
Ein zweigefchoffiger Zwifchenbau, deffen Gefchofshöhen 3,3i m , bezw. 3,70 m betragen, verbindetdas Gefchäftshaus mit dem Archivgebäude.
Die Räume des Gefchäftshaufes erhalten Holzfufsböden, und die Erwärmung der Räume wird durchKachelöfen bewirkt. Für die nur unter erfchwerenden Umftänden auszuführenden Gründungsarbeiten waren13500 Mark veranfchlagt, und die Anfchlagsfumme mit diefen Erd- und Gründungsarbeiten betrug179000 Mark. Für Nebenanlagen waren noch 8000 Mark vorgefehen; die Koften des Inventars wurdenbefonders beftritten. Die bebaute Grundfläche beträgt 507,08 q m , fo dafs fich der Einheitspreis des Koftenanfchlages für 1 qm bebaute Fläche auf 326,40 Mark und für 1 cbm Gebäudeinhalt auf 21,50 Mark ftellt 30 ).
2S - . Das Staatsarchiv zu Wiesbaden (Fig. 28 u. 29 31 ) befteht aus einem einzigen
zu Wiesbaden. Gebäude, in dem die Archivalien untergebracht find und fich fowohl die Gefchäfts-räume, als auch die Wohnung des Dieners befinden.
Der Entwurf wurde im Minifterium der öffentlichen Arbeiten in Berlin ausgearbeitet und mit derAusführung Ilelbig betraut.
Das Gebäude ift 1880 — 81 erbaut worden und liegt auf der Südfeite der Stadt in einem grofsen,ringsum eingefriedigten, an die Mainzer Strafse angrenzenden, vorerft nur von Aeckern umgebenen Grund-ftück. In dem 2,so m im Lichten hohen Kellergefchofs ift die Wohnung für einen Archivdiener angeordnet,welche auch durch eine befondere Treppe von dem im Erdgefchofs neben dem Portal gelegenen Diener-zimmer erreicht werden kann.
Das Erdgefchofs hat eine lichte Höhe von 4,50 m und enthält drei Archivfäle und ein Lefezimmer,fo wie drei Bureauräume. Das I. und II. Obergefchofs von annähernd gleicher Höhe, wie das Erdgefchofs,enthalten gleichmäfsig je drei durch die maffive fteinerne Haupttreppe erreichbare Archivfäle. Zur Er-zielung möglichfter Feuerficherheit find fämmtliche Räume, die gröfseren mit Zuhilfenahme eiferner Stützenund Träger, überwölbt worden.
Die oberen Gefache der Actengerüfte, die faft durchgängig aus den Beftänden des alten IdfteinerArchivs hergeflellt worden find, muffen von der Leiter aus erreicht werden. Die Axenweite der Fenfterbeträgt annähernd 2,so m und 3,oo ni , der Abftand zwifchen den Doppelgerüften ca. 2,oo m , derjenige