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3) In Behältern von feftem Pappdeckel. Diefe buch- oder kaften-förmigen Behältniffe von Pappdeckel find gewöhnlich in Grofsfolio-Format angefertigt;der Deckel ift beweglich, in der Regel oben an Leinwandftreifen auf der linken,feft flehenden Langfeite befefligt und greift an den drei anderen Seiten mehr oderweniger über. Die rechte Langfeite ift gleichfalls beweglich, indem fie nur mit derunteren Lage des Behälters durch Leinwand verbunden ift. Vorteilhaft ift es, dieFugen diefer Behälter mit Baumwollftreifen zu dichten.
Fig. 3 18 ) zeigt ein Behältnifs aus dem Stadtarchiv in Frankfürt a. M., daszum Aufbewahren von Teftamenten dient, Fig. 7 18 ) ein Behältnifs dafelbft in Buch-form, das mit eingehefteten Bändern zugebunden wird, Fig. 6 18 ) ein folches dafelbftmit Lederzungeverfchlufs und Fig. 9 19 ) eine Schachtel aus dem Stadtarchiv zu Worms,wie folche in dem weiter unten dargeftellten Schranke ftehen und in welche die ausPappdeckel und Leinwand angefertigten Urkundenmappen aufrecht geftellt werden.
4) In Flächen aus lagen. Die L T rkunden werden aus ihren alten Brüchenentfaltet, jede einzeln auf einem Carton eben ausgebreitet und leicht aufgeklebt,gefteckt, genäht oder mit leichten Schiebern befeftigt. Die Siegel hängen oderliegen dann frei an der Luft und werden" auf diefe Weife beffer vor Austrocknen, alsdurch einhüllende Watte oder dergl. bewahrt und erhalten. In diefer Weife werdennun eine Anzahl Urkunden, jede durch einen leichten Pappdeckel von anderen ge-trennt, in niedrigen Schiebladen über einander liegend, untergebracht oder in Fächernaufrecht, jede Urkunde mit einem an der oberen Langfeite aufgeklebten und über-hängenden Papierbogen gefchützt, neben einander aufgeteilt. Die Schiebladen be-finden fich meift in Schränken, die eine Höhe von 1,25 m nicht überfchreiten, damitdie obere Fläche des Schrankes noch als Tifchplatte für die herausgenommenenUrkunden dienen kann, oder in tragbaren Urkundenfchreinen.
Im Stadtarchiv zu Frankfurt a. M. find die kaifer-lichen Urkunden in folgender Weife ausgelegt. Aufdem Boden der 70 X 70 c '» im Lichten meffendenSchieblade befindet fich ein ftarker Pappdeckel. Daraufliegen 10 bis J2 blaue Cartons, worauf je eine Ur-kunde mit Nadel befeftigt ift. Das Ganze wird nunmit einer 4cm breiten Leinengurte, welche durch denPappdeckel gezogen ift, mit einer Schnalle auf dem-felben feil: gefchnallt. Die Siegel und Bullen hängenfrei, ohne Schachteln daran, herab (Fig. 10-°). Diefewerthvollen Urkunden find in tragbaren Schreinen,von denen fpäter die Rede fein wird, verwahrt.
Im Yorftehenden find nur die Arten der Urkundenverwahrung,wie fie in Deutfchland üblich find, gefchildert, und wenn auch inden europäifchen Ländern noch manche andere Einrichtungen be-liehen, fo verdient doch keine derfelben den Vorzug.
In einigen Archiven Frankreichs und Italiens heftet man die Urkunden Iofe an einander oder bindetfie gar in Bände ein. Bequem zwar, um ein Stück bald zu finden, aber fchwer zu handhaben beim Lefenund Copieren.
Aufbewahrung der kaiferlichen
Urkunden im Stadtarchiv zu
Frankfurt a. M. 20N .
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Behälter
von feftem
Pappdeckel.
Flächen-auslager..
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